Markus Krall Freiheit oder Untergang
Polizeiwagen
Polizeiwagen mit Blaulicht (Symbolfoto) Foto: dpa

Aktualisiert
 

Polizei nimmt sechs mutmaßliche Rechtsterroristen fest

CHEMNITZ. Die Bundesanwaltschaft hat am Montag morgen sechs Personen wegen des Verdachts der Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung festnehmen lassen. Die Männer, die in Sachsen und Bayern verhaftet wurden, sollen der Hooligan-, Skinhead- und Neonazi-Szene im Raum Chemnitz angehören, teilte die Generalbundesanwaltschaft mit.

Die Beschuldigten sollen Mitte September die Gruppe „Revolution Chemnitz“ gegründet haben. Als Rädelsführer gilt der 31 Jahre alte Christian K., der bereits seit dem 14. September wegen besonders schweren Landfriedensbruchs in Untersuchungshaft sitzt.

Die Gruppe habe bewaffnete Anschläge auf Ausländer und politische Gegner geplant. Zu diesem Zweck sollen die Verdächtigen versucht haben, halbautomatische Schußwaffen zu besorgen.

Angriff im September war „Probelauf“

Den Ermittlungen zufolge sollen die Festgenommenen bereits am 14. September in Chemnitz mit weiteren Mitgliedern anderer rechtsextremer Gruppen Ausländer angegriffen haben. Dabei habe es sich um einen „Probelauf“ für weitere Attacken gehandelt. So sollte ein noch nicht aufgeklärtes Geschehen für den 3. Oktober geplant gewesen sein.

Die Verhafteten sollen am Montag und Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes vorgeführt werden. Er wird darüber entscheiden, ob die Männer in Untersuchungshaft kommen. Die Bundesanwaltschaft äußerte sich nicht, ob die Verdächtigen bereits bei den Demonstrationen in Chemnitz aufgefallen waren.

Verdächtige sollen Umsturz geplant haben 

Die Pläne der sieben mutmaßlichen Rechtsterroristen sollen auf einen gewaltsamen Umsturz in Deutschland abgezielt haben. Aus überwachten Telefonaten und Chats gehe hervor, daß die Gruppe „Revolution Chemnitz“ mehr bewirken wollte als der NSU, berichtete die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Die Inhaftierten hätten geplant, Angriffe auf Politiker und Journalisten zu verüben. Als sie sich um Schußwaffen bemühten, griff die Polizei ein. Bei den Durchsuchungen seien jedoch nur Schlagstöcke und sonstige Ausrüstung gefunden worden. Einer der Verdächtigen habe bereits der 2008 verbotenen Kameradschaft „Sturm 34“ angehört. (ag)

Polizeiwagen mit Blaulicht (Symbolfoto) Foto: dpa
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles