„Widerstand als Christenpflicht“

Katholische Jugend fordert Katholikentag ohne AfD

MÜNSTER. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat die Einladung des AfD-Politikers Volker Münz zum Katholikentag in Münster scharf kritisiert. Hintergrund ist eine Podiumsdiskussion der religionspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen. „Wir fordern, daß das Podium mit den religionspolitischen Sprechern ohne Beteiligung der AfD diskutiert“, sagte die Bundesvorsitzende des BDKJ, Lisi Maier, am Mittwoch.

Bei dem Katholikentreffen sollten „auf Basis eines christlichen Wertefundaments konstruktive Lösungen für gesellschaftliche Probleme“ gefunden werden. „Wir sehen jedoch nicht, wie das mit diesem Vertreter des Rechtsaußenflügels der Partei möglich sein soll.“ Die Einladung ermögliche es Münz, seine menschenverachtenden Ansichten zu verbreiten. Dies trage zu einer „Normalisierung der AfD und ihrer menschenverachtenden, nichtchristlichen Politik bei“.

Der BDKJ beziehe deutlich Stellung gegen „Organisationen und Parteien, die rassistische und nationalistische Positionen vertreten sowie gegen eine pluralistische und vielfältige Gesellschaft reden und handeln“, verdeutlichte Maier. Der Katholikentag dürfe deshalb keine Bühne für Rechtspopulisten sein.

Hauptausschuß veröffentlicht Stellungnahme

Bereits am Samstag hatte der Hauptausschuß des BDKJ einen Beschluß hierzu veröffentlicht. „Wir widersprechen – weil wir glauben“, hieß es in ihrem Dokument. „Unser Selbstverständnis als katholischer Jugendverband, schließt eine Gleichgültigkeit gegenüber oder gar eine Sympathie mit rechtsextremen oder rechtspopulistischen Positionen in jeder Hinsicht aus.“ Widerstand gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus sei für Christen Pflicht und Auftrag.

Deshalb fordere der Ausschuß des BDKJ die Leitung des Katholikentags auf, darauf hinzuwirken, das Podium mit den religionspolitischen Sprechern ohne Beteiligung der AfD stattfinden zu lassen.

ZdK-Präsident verteidigt Einladung

Zuvor hatte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, die Entscheidung, einen AfD-Vertreter zu der Podiumsdiskussion einzuladen, verteidigt. „Wir haben die kirchenpolitischen Sprecher aller Fraktionen im Bundestag eingeladen, dazu gehört nun leider auch die AfD“, sagte er der Neuen Westfälischen.

Zugleich machte er deutlich, daß er einen Abgrenzungsbeschluß der katholischen Kirche zur AfD für sinnvoll hält. Die AfD vollziehe „eine Häutung zum Rechtsradikalismus, ihre Parolen erinnern zunehmend an den Nationalsozialismus“. (ha)

Abschlußgottesdienst beim Katholikentag 2016: Zukünftig ohne AfD? Foto: dpa

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