Nach Gruppenvergewaltigung in Freiburg

Innenminister wollen Abschiebungen nach Syrien ermöglichen

STUTTGART/MÜNCHEN. Nach der Gruppenvergewaltigung von Freiburg haben sich die Innenminister Bayerns und Baden-Württembergs dafür ausgesprochen, kriminelle Flüchtlinge in Einzelfällen nach Syrien abzuschieben. „Es geht sicher nicht darum, anständige und gut integrierte Syrer abzuschieben“, sagte Joachim Herrmann (CSU) der WAZ.

„Aber unsere Verantwortung für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland verpflichtet uns, alle Hebel des Rechtsstaats in Bewegung zu setzen, um syrische Straftäter und Gefährder außer Landes zu bringen, sobald es die Lage erlaubt.“

Abschiebestopp nach Syrien bis Ende des Jahres

Auch Herrmanns baden-württembergischer Amtskollege Thomas Strobl (CDU) klagte über die Situation. „Wir können derzeit syrische Straftäter nicht nach Syrien abschieben.“ Für ihn gibt der Fall der Gruppenvergewaltigung von Freiburg „allen Anlaß, nachzudenken“, wie zumindest Straftäter nach Syrien zurückgebracht werden könnten. Im vergangenen Jahr hatte die Innenminister-Konferenz eine Verlängerung des Abschiebestopps in das ehemalige Bürgerkriegsland bis Ende 2018 beschlossen.

Wie am Freitag bekannt wurde sucht die Polizei zwei weitere Männer, die an der Tat beteiligt gewesen sein sollen. Auch vermißt das Opfer seit der Tatnacht ihre Armbanduhr, berichtete die Bild-Zeitung. Die Polizei konnte diese auch bei einer Begehung des Tatorts nicht finden, was die Vermutung nahelegt, daß die Täter sie ihr gestohlen haben.

Der Haupttäter wurde mit Haftbefehl gesucht. Alle Verhafteten sind wegen verschiedener Delikte polizeibekannt. Sieben der bereits Festgenommenen stammen aus Syrien, einer ist deutscher Staatsbürger. (tb)

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU, links) und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Foto: picture alliance / NurPhoto

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