Farhad Ramazaan Ahmad
Die Polizei fahndet nach Farhad Ramazaan Ahmad Foto: Polizei Chemnitz / JF / Montage
„Könnte bewaffnet sein“

Chemnitz: Polizei sucht dritten Tatverdächtigen

CHEMNITZ. Im Fall der tödlichen Messerattacke von Chemnitz hat die Polizei einen dritten Tatverdächtigen zur Fahndung ausgeschrieben. Bei dem Mann handelt es sich um den 22 Jahre alten Farhad Ramazaan Ahmad, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Asylbewerber aus dem Irak könne bewaffnet sein, warnten die Beamten.

„Das Amtsgericht Chemnitz hat heute Vormittag diesen Haftbefehl erlassen“, hatte der sächsische Generalstaatsanwalt Hans Strobl laut der Nachrichtenagentur dpa zuvor am Dienstag im Landtag gesagt. Das Gericht habe eine Öffentlichkeitsfahndung nach Ahmad angeordnet. Ahmad soll kurze Haare an den Seiten und längere auf dem Kopf tragen. Er habe „sein gewohntes Umfeld verlassen“, heißt es in dem Fahndungsaufruf.

Herkunft der anderen Tatverdächtigen unklar

Unterdessen teilte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Dienstag mit, daß auch die Herkunft des zweiten Tatverdächtigen ungeklärt ist. Derzeit sitzen der mutmaßliche Iraker, Yousif A., und der mutmaßliche Syrer, Alaa S., in Untersuchungshaft. Die Angaben des angeblichen Syrers basierten laut Innenministerium allerdings nur auf einer Selbstauskunft. Derzeit prüfe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Identität des bislang als 23 Jahre alten registrierten Mannes.

Zudem bestätigte Seehofer Berichte, wonach Yousif A. bei seiner Anhörung im Asylverfahren gefälschte Papiere nutzte. Eine Untersuchung der Asylbehörde habe ergeben, „daß es sich bei allen vorgelegten Dokumenten um Totalfälschungen handelte“. Der mutmaßlich 22jährige legte einen Reisepaß, eine Staatsangehörigkeitsurkunde sowie einen irakischen Personalausweis vor. Wie die JF zuerst berichtet hatte, fiel der Mann während seiner Zeit in Deutschland mehrfach mit Straftaten auf. Beide Verdächtige waren 2015 als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Seehofer räumte Fehler bei der Überprüfung durch das ihm unterstellte Flüchtlingsamt ein. Im Fall des angeblichen Irakers habe es Versäumnisse bei der Kommunikation zwischen den Behörden gegeben. Der Mann hätte bereits 2016 nach Bulgarien abgeschoben werden können. (ls)

Die Polizei fahndet nach Farhad Ramazaan Ahmad Foto: Polizei Chemnitz / JF / Montage

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