Manching
Asylbewerber und ein Polizeifahrzeug vor dem neuen Ankerzentrum im oberbayerischen Manching Foto: picture alliance/ dpa

Flüchtlingspolitik
 

Bayern startet Ankerzentren für Asylbewerber

MÜNCHEN. Der Freistaat Bayern bringt seit dem heutigen Mittwoch neue Asylbewerber in sogenannten Ankerzentren unter. Dort sollen sie von ihrer Einreise bis zur Entscheidung über ihren Asylantrag verbleiben. Zu Ankerzentren werden die bisherigen Erstaufnahmeeinrichtungen in Manching, Deggendorf, Regensburg, Bamberg, Zirndorf, Schweinfurt und Donauwörth.

An diesen Standorten werden künftig auch alle wichtigen Behörden gebündelt. Dazu zählen die Unterbringungsverwaltung, die Zentrale Ausländerbehörde, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), die Bundesagentur für Arbeit sowie das Gesundheitsamt. Asylbewerber, deren Anträge bewilligt werden, sollen erst anschließend auf die Kommunen verteilt werden. Personen, deren Antrag abgelehnt wurde, sollen direkt aus den Zentren in ihr Heimatland abgeschoben werden. „Auch das gehört zu einem funktionierenden Asylsystem dazu“, betonte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Kritik an der Unterbringung kam vom Bayerischen Flüchtlingsrat.„Es ist eine Schande, daß die CSU-geführte Staatsregierung in dieser menschenfeindlichen Weise Wahlkampf auf dem Rücken von Flüchtlingen macht“, ließ die Organisation verlauten. Die asylpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag, Christine Kamm, forderte „Integrationsmaßnahmen statt Kasernierung“. (tb)

Asylbewerber und ein Polizeifahrzeug vor dem neuen Ankerzentrum im oberbayerischen Manching Foto: picture alliance/ dpa
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