Ausländerfeindliche Parole für den Wahlwerbespot der Linkspartei Foto: Alexa/LyrAg
Aufgeschnappt

„Nazis, überall Nazis!“

Blutrot prangt die Parole „Ausländer raus“ an dem heruntergelassenen Rolladen an einem Blumengeschäft in der Gerichtstraße im Berliner Stadtteil Wedding. Eine Frau ist gerade dabei, das daneben geschmierte Hakenkreuz mit Schwamm und Lauge zu entfernen. Dabei filmt sie ein Kamerateam.

„Dit is Berlin“, das soll die Botschaft sein, die die „Kundschafter Filmproduktion GmbH“ in der vergangenen Woche einfangen wollte: „Nazis, überall Nazis!“ Diese Ansicht gehört nämlich auch zum festen Parteikanon für Die Linke, in deren Auftrag das Drehteam an dem sonnigen Augustnachmittag für einen Wahlkampfspot aktiv wird.

Auch Wagenknecht ließ sich blicken

Dumm ist nur, darauf weisen die Akteure auch gleich besorgte Passanten hin, daß die Schmiererei „nicht echt“ sei, nur eine „Realität“ für den Plot. „Das ist von uns, wir drehen hier einen Film“, beruhigt die Frau mit dem Schwamm. Wie die „Vereinigung 17. Juni 1953 e.V.“ meldet, empörten sich Schaulustige darüber, daß mit der rechtsextremistischen Konstruktion „ihr Stadtteil oder gar Berlin in Verruf gebracht“ werde.

Die Betreiberin im „Blumenhaus Wedding“ sieht das lockerer: „Die ham zwar um Erlaubnis gefragt, doch Politik interessiert ma nich.“ Sahra Wagenknecht, die sich Tage später vor ihrem Laden hat filmen lassen, die kennt sie allerdings aus dem Fernsehen.

Die Anwesenheit der großen Vorsitzenden der linken Bundestagsfraktion am Tatort löst jedoch nicht überall die gleiche Entspanntheit aus wie bei der Blumenfrau aus dem „roten Wedding“. Wie die Berliner Polizei der JF mitteilte, wurde bereits ein Ermittlungsverfahren wegen des „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ nach Paragraph 86a Strafgesetzbuch eingeleitet.

Ausländerfeindliche Parole für den Wahlwerbespot der Linkspartei Foto: Alexa/LyrAg

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