Polizeistatistik

Mehr kriminelle Flüchtlinge in Bayern und Baden-Württemberg

MÜNCHEN/STUTTGART. Die Zahl krimineller Asylbewerber in Bayern und Baden-Württemberg ist deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei in Bayern laut Polizeilicher Kriminalstatistik 26.332 tatverdächtige Zuwanderer. Das sind 57,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist fast jeder zehnte Tatverdächtige im Freistaat ein Asylbewerber. 2012 waren nur 1,8 Prozent aller Tatverdächtigen Einwanderer.

Die größten Gruppen unter den Tatverdächtigen bilden Syrer mit 16,1 Prozent, gefolgt von Afghanen (14,3 Prozent), Irakern (8,8 Prozent) und Nigerianern mit 6,8 Prozent. Das Fazit des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU), der die Zahlen am Montag in München vorstellte: „Der Anstieg der Kriminalität in Bayern im Jahr 2016 ist im Ergebnis ganz überwiegend ausländischen Tatverdächtigen, darunter insbesondere Zuwanderern, zuzuschreiben.

Anstieg bei Körperverletzungsdelikten um 95 Prozent

In Baden-Württemberg stellte die Polizei 64.329 Straftaten fest, die von Flüchtlingen begangen wurden. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik des Landes hervor, die dem SWR vorliegt. Nach Abzug der Delikte gegen das Aufenthaltsrecht gehe es noch um 42.443 Fälle. Das sei ein Plus von 37,5 Prozent gegenüber 2015.

Von den rund 251.000 Tatverdächtigen haben demnach 107.417 keinen deutschen Paß. Die meisten davon sind Türken, Rumänen und Italiener. 25.379 Strafttäter waren Asylbewerber (2015 waren es 18.695). Darunter stellen wiederum Syrer die größte Gruppe mit 4.053 Tätern. Dahinter folgen Gambier (2.346) und Afghanen (1.934).

Bei Körperverletzungsdelikten, an denen mindestens ein Flüchtling beteiligt war, ist dem Bericht zufolge ein Anstieg von 95,5 Prozent auf 7.670 Fälle zu verzeichnen. Etwa 60 Prozent dieser Delikte geschahen in Unterkünften, rund 40 Prozent in der Öffentlichkeit. Asylbewerber seien aber nicht nur Täter, sondern auch überdurchschnittlich oft Opfer von Straftaten, sagte der Präsident des Landeskriminalamts, Ralf Michelfelder, der dpa.

Anderes Verhältnis zu Gewalt

In den Heimen komme es immer wieder zu Streitigkeiten. „Häufig sitzen die Menschen dicht aufeinander, werden aggressiv oder ethnische Gruppen verstehen sich nicht“, erklärte Michelfelder. Auch seien die erhöhten Fallzahlen unter Asylbewerbern darauf zurückzuführen, daß diese Menschen aus Kriegsgebieten kämen und möglicherweise ein anderes Verhältnis zu Gewalt hätten. Innenminister Thomas Strobl (CDU) wird am Donnerstag die Kriminalstatistik offiziell vorstellen. (tb)

 

Migrantengewalt (Symbolbild) Foto: picture alliance / dpa

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