Kardinal Reinhard Marx
Kardinal Reinhard Marx: Nicht grundsätzlich gegen Flüchtlingsbegrenzung Foto: picture alliance / NurPhoto
Streit um Obergrenze

Kardinal Marx spricht sich für Familiennachzug aus

BERLIN. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat dafür geworben, daß Flüchtlinge ihre engsten Angehörigen nach Deutschland holen dürfen. „Familiennachzug ist für uns ein sehr entscheidender Punkt“, sagte Marx laut der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag in Berlin. Das sei auch eine Frage der Integration.

Wer in Deutschland geduldet sei, müsse seine engsten Familienangehörigen zu sich holen können. Marx sprach sich auch erneut gegen eine Obergrenze für Asylsuchende aus. Ein solcher Begriff sei „nicht hilfreich“, hob der Erzbischof von München und Freising hervor. Das Recht auf Asyl könne nicht begrenzt werden.

Einwanderung humanitär gestalten

CDU und CSU hatten sich am Sonntag im Streit über eine Flüchtlings-Obergrenze auf das Ziel geeinigt, in kommende Sondierungsgespräche mit FDP und Grünen mit der Forderung zu gehen, maximal 200.000 Personen pro Jahr aufzunehmen. Der Familiennachzug soll über das bisherige Enddatum März 2018 hinaus ausgesetzt werden.

Er sei nicht grundsätzlich gegen eine Begrenzung der Zuwanderung, da es nicht die Position der Kirche sei, daß alle Menschen nach Deutschland kommen sollten, mahnte Marx. Es gehe jedoch darum, wie die Einwanderung humanitär gestaltet werden könne. Dabei solle nicht suggeriert werden, es gebe eine Obergrenze. Auch Zahlen seien in diesem Kontext „irgendwie fiktiv“. (ls)

Kardinal Reinhard Marx: Nicht grundsätzlich gegen Flüchtlingsbegrenzung Foto: picture alliance / NurPhoto

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