Vor dem „Deutschlandtag“

Heftige Kritik an Merkel aus der Jungen Union

MÜNCHEN. Der Landesvorsitzende der Jungen Union in Bayern, Hans Reichhart, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „Realitätsverweigerung“ vorgeworfen. Anders als von Merkel behauptet, habe die Union bei der Bundestagswahl nicht ihre strategischen Ziele erreicht, sagte Reichhart dem Münchner Merkur.

Schuld an der „herben Klatsche“ sei primär die „große Unzufriedenheit mit Merkels Regierungspolitik der letzten Jahre“ gewesen, „dieses Durchmanövrieren, ohne Position zu beziehen, ohne Grenzen zu ziehen. Dazu komme das schlechte Management der Flüchtlingskrise. „Bis heute hat Merkel nie aufgezeigt, wie sie wirklich verhindern will, daß sich 2015 wiederholt. Und wie wir mit den Menschen umgehen sollen, die jetzt bei uns sind.“

Ziemiak fordert Schärfung des konservativen Profils

Von der Kanzlerin forderte der bayerische Landtagsabgeordnete, sich an das zu halten, wofür die CDU stehe. „Wir bräuchten ein klares Bekenntnis der Kanzlerin: Ich habe verstanden, wir ändern die Politik.“ Über den Wahlkampf der Unionsparteien sagte Reichhart, er sei darauf konzentriert gewesen, „ja keine Fehler zu machen, bloß niemandem auf die Füße zu treten. Die Union war nicht mal in der Lage, am Ende ein neues Thema zu setzen, wichtige Zukunftsfragen wie die Digitalisierung zu beantworten.“ Das sei ein großer Fehler gewesen.

Zuvor hatte auch der Bundesvorsitzende der Jugendorganisation von CDU und CSU, Paul Ziemiak, die Bundeskanzlerin zu einem härteren Kurs in der Asylpolitik aufgefordert. Die Union müsse ihr konservatives Profil schärfen und den Menschen ein Signal geben, „daß wir verstanden haben und uns um ihre Sorgen kümmern werden“, sagte Ziemiak der Nachrichtenagentur dpa. Am Wochenende trifft sich die Junge Union zum Deutschlandtag in Dresden. Dort wird auch Merkel eine Rede an die Delegierten und Mitglieder halten. (tb)

Der Chef der bayerischen Jungen Union und Landtagsabgeordnete Hans Reichhart Foto: picture alliance/ dpa

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