Geschächtetes Schaf
Geschächtetes Schaf: Nach Schnitt durch Halsader ausgeblutet Foto: picture alliance/dpa-Zentralbild
Religiöses Ritual

Flandern führt Schächtverbot ein

BRÜSSEL. Die flämische Regierung hat sich darauf verständigt, ab dem 1. Januar 2019 ein Schächtverbot für Schafe einzuführen. Künftig müssen die Tiere vor der Schlachtung betäubt werden, berichtet der belgische Rundfunk BRF. Der Einigung waren jahrelange Debatten voraus gegangen.

Im Judentum wie auch im Islam ist das Schächten, also das Schlachten der Tiere durch das Ausblutenlassen der Tiere nach einem Schnitt durch die Halsschlagader, eine religiöse Verpflichtung. Während im Islam das Schächten etwa mit elektronischer Betäubung zulässig ist, machen die Vorschriften des orthodoxen Judentums Schlachten ohne Betäubung notwendig.

Tierschutzverbände laufen Sturm

Tierschutzverbände in ganz Europa laufen seit Jahren Sturm gegen diese bedeutungslose und ihres Erachtens überaus tierquälerische Art der Schlachtung. Flandern hatte schon im September 2015 die Vorgaben für das Schächten verschärft. Seitdem dürfen die Tiere nur noch in offiziellen Schlachthöfen geschächtet werden.

Der Grund: Zum Opferfest werden allein in Flandern 40.000 Schafe getötet. Bis 2015 geschah dies teilweise in provisorisch aufgebauten Schlachthöfen, in denen der Familienvater selbst zum Messer griff und das Schaf schlachtete, berichtete damals die Südwestpresse. Das Schächtverbot soll auf Großtiere wie Kälber und Rinder ausgeweitet werden. Dazu muß allerdings erst ein Verfahren entwickelt werden. (ls)

Geschächtetes Schaf: Nach Schnitt durch Halsader ausgeblutet Foto: picture alliance/dpa-Zentralbild

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