Flüchtlinge: 30.000 verschwunden – wohin, weiß niemand Foto: picture alliance / empics
Asylkrise

30.000 Ausreisepflichtige sind nicht mehr aufzufinden

BERLIN. Rund 30.000 abgelehnte und sofort ausreisepflichtige Asylbewerber sind verschwunden, ohne daß die Behörden Kenntnis über ihren Verbleib haben. Demnach würden sie zwar keine Leistungen mehr beziehen, doch weitere Informationen zu ihnen fehlten, heißt es in einem Bericht der Bild-Zeitung.

Offenbar geht die Bundesregierung in vielen Fällen von einer nicht korrekt registrierten Ausreise aus. Einige der Personen könnten aber noch im Land sein. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß im Ausländerzentralregister (AZR) registrierte Ausreisepflichtige im Einzelfall möglicherweise bereits ausgereist oder untergetaucht sind, ohne daß die zuständige Ausländerbehörde hiervon schon Kenntnis beziehungsweise den Sachverhalt an das AZR gemeldet hat“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.

Laut Statistischem Bundesamt waren Ende Dezember 2016 genau 54.437 abgelehnte Asylbewerber ausreisepflichtig. Aber nur 23.617 dieser Personen bezogen Gelder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Über den Verbleib des Restes der 30.820 Ausreisepflichtigen haben die Behörden keine Informationen.

Zahl der registrierten Flüchtlinge hat sich verdoppelt

Unterdessen hat sich die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren am 31. Dezember 2016 1,6 Millionen Flüchtlinge in Deutschland registriert. Dies bedeutete einen Anstieg um 851.000 Personen (113 Prozent) gegenüber dem Jahresende 2014.

Der männliche Anteil unter ihnen lag bei 64 Prozent. Im Vergleich dazu sind 49 Prozent der gesamten Bevölkerung männlich. Das Alter der betreffenden Personen betrug im Schnitt 29,4 Jahre, das Durchschnittsalter der Bevölkerung insgesamt lag im Juni 2016 bei 44,2 Jahren. Etwa die Hälfte der eingewanderten Personengruppe kam aus Syrien (455.000), Afghanistan (191.000) und dem Irak (156.000). (ha)

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