Joachim Kuhs
Ausgebranntes Auto
Ausgebranntes Auto nach der linksextremen Gewaltorgie in Berlin Foto: picture alliance/dpa

Berlin
 

Linksextremisten bekennen sich zu Anschlägen

BERLIN. Linksextremisten haben sich zu einer Gewaltorgie in Berlin bekannt. In der Nacht zu Sonntag hatten mehrere Vermummte in Berlin-Mitte ein Hotel, eine im Bau befindliche Wohnanlage, mehrere Autos, den Energieversorger Vattenfall und einen Supermarkt angegriffen. Sie legten Feuer, warfen Brandsätze, Teerflaschen und Steine und setzten acht Fahrzeuge in Brand. Mehrere Schaufenster wurden zertrümmert.

Man habe „ein Stelldichein“ gegeben, „um unsere Wut über Ausgrenzung, Vertreibung, Kontrolle und Verachtung gegenüber einer Stadt der Reichen mit Farbe, Steinen und Feuer sichtbar zu machen“, schrieben die Linksextremisten im Internet. Die „Luxusneubauten“ stünden für eine Stadtentwicklung „zu Gunsten der Reichen und zeigen offenkundig die Trennung in Teilhabende und Ausgeschlossene“, beklagten die Täter auf der linksextremen Internetseite Indymedia.

Die Randale lief äußerst koordiniert ab. Die Linksextremisten waren zeitgleich in mehreren Kleingruppen unterwegs. Um ihren Rückzug zu decken, errichteten sie Barrikaden aus brennenden Autoreifen und verteilten sogenannte Krähenfüße. Hierdurch wurde ein Funkwagen der Polizei beschädigt. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt ermittelt nun wegen schweren Landfriedensbruchs.

Henkel nennt Tat „unbegreiflich”

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) verurteilte die Anschläge. „Es ist schier unbegreiflich, wie Gewaltchaoten in unserer Stadt immer wieder versuchen, mit ihren Scharmützeln unser friedliches Zusammenleben zu stören“, teilte Henkel am Sonntag mit. „Wir werden weiter intensiv dagegen ankämpfen, daß Chaoten in unserer weltoffenen und toleranten Metropole Angst, Zerstörung und Schrecken verbreiten. Gewalt und Zerstörung haben in Berlin keinen Platz.”

Die AfD bezeichnete Henkels Äußerungen als „Lippenbekenntnisse“. Der Senat müsse endlich gegen die linksextreme Szene vorgehen, forderte AfD-Landeschef Georg Pazderski. „Jetzt sind Herr Henkel und Herr Müller an der Reihe, ihrem lauten Wahlkampfgetöse auch Taten folgen zu lassen. Der Ball ist in ihrem Spielfeld“, sagte Pazderski der JUNGEN FREIHEIT.

Henkel habe als Innensenator fast fünf Jahre Zeit gehabt, diesen Sumpf trockenzulegen. Er habe aber nichts in diese Richtung unternommen. Statt dessen würden linksradikale Organisationen im sogenannten „Kampf gegen Rechts“ mit Steuergeldern unterstützt. Pazderski forderte zudem die Behörden auf, anonyme Internetseiten wie Indymedia abzuschalten. Bei rechtsextremen Internetseiten ginge das ja auch. (krk)

Ausgebranntes Auto nach der linksextremen Gewaltorgie in Berlin Foto: picture alliance/dpa
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