Lageso
Wartende Asylbewerber vor dem Lageso in Berlin (2015) Foto: rg

LaGeSo
 

Erfundener Asyltoter: Innensenator fordert rechtliche Konsequenzen

BERLIN. Im Fall des erfundenen toten Syrers in Berlin hat Innensenator Frank Henkel (CDU) rechtliche Konsequenzen gefordert. „Das ist eine der miesesten und perfidesten Aktionen, die ich jemals erlebt habe“, teilte Henkel am Donnerstag mit. Die Berliner Behörden hätten mehrere Stunden nach einem angeblich verstorbenen Flüchtling gesucht, der zuvor tagelang am Landesamt für Gesundheit udn Soziales (LaGeSo) ausgeharrt hätte.

Henkel kritisierte auch die Flüchtlingsinitative „Moabit hilft“: „Verantwortung tragen auch diejenigen, die den erfundenen Fall gestern ohne jegliche Grundlage bestätigt haben, darunter die Sprecherin des Bündnisses ‚Moabit hilft’“, sagte Henkel. Wer solche Gerüchte streue, lege es bewußt darauf an, „die Stimmung in unserer Stadt zu vergiften.“

Helfer tauchte nach Falschmeldung unter

Am Mittwoch hatte ein ehrenamtlicher Helfer behauptete , daß ein 24jähriger Syrer gestorben sei. Der Flüchtling habe vor seinem Tod mehrere Tage vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) gewartet. Daraufhin habe er den stark fiebernden Mann zu sich geholt und einen Krankenwagen gerufen. Auf dem Weg in die Klinik sei der Asylbewerber dann gestorben.

Auf Facebook fragte der ehrenamtliche Helfer: „Warum, frag ich mich, muß er sterben?“ Weder am LaGeSo noch beim Arzt hätte man den Syrer angenommen, schrieb er weiter. Der Mann löschte den Eintrag später und war dann nicht mehr zu erreichen. Die Polizei berichtete am Abend mit, es gebe keine Anhaltspunkte für einen toten Asylbewerber. „Wir haben keinen toten Flüchtling“, teilten die Beamten mit.

„Moabit hilft“ zeigte sich in einer ersten Reaktion auf den erfundenen Asyl-Toten „fassungslos“. Man habe den Helfer bislang „als verläßlichen und integren Unterstützer“ kennengelernt. Über die Beweggründe für die erfundene Meldung des Helfers wisse die Bürgerinitiative nichts.

Der Mann entschuldigte sich mittlerweile für seien erfundene Geschichte. Schuld sei der Alkohol gewesen, schrieb er auf Facebook. Zudem habe ihn sein ehrenamtliches Engagement mehr und mehr an seine psychischen und körperlichen Grenzen gebracht. (ls)

Wartende Asylbewerber vor dem Lageso in Berlin (2015) Foto: rg
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