Richterhammer
Richterhammer: Trotz Weltreise weiter gewalttätig Foto: picture alliance/dpa Themendienst

Trotz bezahlter Weltreise
 

Neuköllner Intensivtäter wieder vor Gericht

BERLIN. Trotz fünfjähriger Erlebnispädagogik, die den deutschen Steuerzahler 300.000 Euro kostete, steht der Intensivtäter Andrzej S. erneut vor Gericht. Der achtzehnjährige Pole hatte zuletzt in Neukölln einem Hausmeister mit einem Hammer auf den Schädel geschlagen. Neben schwerer Körperverletzung muß sich Andrzej S. laut BZ zusätzlich wegen Diebstählen in Geschäften und Seniorenheimen sowie einer Arztpraxis verantworten.

Als Elfjähriger kam Andrzej S. nach Berlin. Zwei Jahre später wurde der kriminelle Jugendliche zur Therapie nach Kirgistan geschickt. Dort lernte der Analphabet, kurze Briefe an seine Mutter zu schreiben. Die jährlichen Betreuungskosten summierten sich in den nächsten fünf Jahren auf 300.000 Euro. Mit Erreichen der Volljährigkeit kehrte Andrzej S., der noch immer kein Deutsch beherrscht, nach Deutschland zurück und wurde hier erneut straffällig.

Neuköllns Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU), der dem Prozeßauftakt beiwohnte, verteidigte das Vorgehen der Justiz: „Das hat in diesem Fall zumindest fünf Jahre lang Opfer verhindert. Das ist schon ein Erfolg“, zitiert ihn das Blatt. „Auch, wenn es ihm am Ende nicht so geholfen hat, wie erhofft. Jetzt ist eine weitere psychiatrische Behandlung notwendig.“ Der Politiker zeigte sich „über die Brutalität erschrocken“, die das Leben des Kriminellen begleitete. (FA)

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