Einwanderung

Haseloff: Rentner sollen Asylanten betreuen

BERLIN. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich dafür ausgesprochen, Rentner als Paten für Asylbewerber einzusetzen. „Wir brauchen Paten, die die Flüchtlinge bei ihren Alltagsaufgaben begleiten und sich mit ihnen beschäftigen. Ich denke da vor allem auch an ältere Menschen, deren Engagement jetzt gefragt ist“, sagte Haseloff der Welt am Sonntag.

Diese Generation besitze ein besonderes Potential, erläuterte der CDU-Politiker seinen Vorschlag. „Sie wären die idealen Flüchtlingspaten, deshalb müssen wir sie jetzt ansprechen.“

Die Betreuung von Asylbewerbern sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Es ist aber nicht nur die Politik gefragt, sondern auch der Bürger. Die Politik kann die Rahmenbedingungen schaffen. Aber damit ist noch keine Integration geleistet“, betonte der Ministerpräsident. Deshalb brauche es ein „gemeinsames Leben von Einheimischen mit Flüchtlingen“. Wenn die Asylanten abgeschottet hinter Mauern leben müßten, könnten Vorbehalte nicht abgebaut werden, gab Haseloff zu bedenken.

Albig: „Asylbewerber tragen zu unserem Wohlstand bei“

Gleichzeitig warb der CDU-Politiker dafür, die angeblichen positiven Seiten an der Flüchtlingswelle zu erkennen. Die Asylbewerber seien „eine große Chance für unser Land“ und angesichts der demographischen Entwicklung ein Stabilisierungsfaktor. Zudem seien die meisten Asylbewerber bereit, sich in Deutschland zu integrieren.

Ähnlich äußerte sich auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) zu den steigenden Flüchtlingszahlen. „Das Boot ist beileibe nicht voll. Wir müssen es nur etwas seefester machen“, forderte er gegenüber der Welt. „Wenn wir die Menschen klug integrieren, belasten sie nicht unseren Sozialstaat, sondern tragen zu unserem Wohlstand bei.“

Die Asylbewerber könnten Deutschland bei „der Windenergie, der Gesundheitsversorgung, der Wissenschaft, im Handwerk oder auch beim Kohlanbau“ helfen, schwärmte der SPD-Politiker. Ein alterndes Land mit schrumpfender Bevölkerung bekäme so auf einmal ganz viele junge Menschen. (krk)

Asylbewerber in der einer Erstaufnahmestelle in Baden-Württemberg Foto: picture alliance/dpa

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