„Menschen bei Maischberger“
„Menschen bei Maischberger“ mit David Bendels (ganz links): Äußerungen zur AfD verteidigt Foto: picture alliance / dpa
Parteiintern

CSU streitet über Verhältnis zur AfD

MÜNCHEN. Der Sprecher der CSU-Basisbewegung „Konservativer Aufbruch!“, David Bendels, hat die Kritik an seinen Äußerungen zur AfD zurückgewiesen. Bendels hatte in der Sendung „Menschen bei Maischberger“ eine Koalition mit der AfD nicht ausgeschlossen und die Partei als „politischen Konkurrenten und Mitbewerber“ bezeichnet.

Bendels war daraufhin von CSU-Politikern scharf zurechtgewiesen worden. „Die AfD ist mitnichten ein politischer Mitbewerber. Sie ist vielmehr eine rechtspopulistische Vereinigung, die wir stark unter Beobachtung halten“, empörte sich der Bezirksvorsitzende der Jungen Union Oberbayerns, Tobias Zech. Es sei „ärgerlich“, wenn sich Bendels „in ein Fernsehstudio setzt und eine rechtspopulistische Bewegung wie die AfD verteidigt“.

„Hang zum Rechtsextremismus“

Zudem sprach er Bendels das Recht ab, für einen breiten Teil der CSU zu sprechen: „Der Konservative Aufbruch ist keine Basisbewegung der CSU. Für eine Basisbewegung braucht es etwas mehr als ein Grüppchen von enttäuschten Listenkandidaten“, heißt es in der Stellungnahme. Wenn Bendels so täte, „als spreche er für eine schweigende Mehrheit, dann ist das Unfug“.

Auch der Bezirksvorsitzende der Jungen Union Oberfranken, Jonas Geissler, distanziert sich von den Äußerungen. „Die AfD ist eine rechtspopulistische Partei mit einem Hang zum Rechtsextremismus. Eine solche Vereinigung darf zu keinem Zeitpunkt als möglicher Koalitionspartner der Union ins Spiel gebracht werden“, hält er fest. „Wer Spekulationen über eine Koalition mit Ausländerfeinden Vorschub leistet, macht sich mitschuldig. Eine solche Meinung wird in der CSU nicht mehrheitsfähig sein!“

CSU als „Mitmachpartei“?

Bendels wies die Vorwürfe gegenüber der JUNGEN FREIHEIT zurück. „Die Herren Zech und Geissler sollten erläutern, was die AfD denn sonst sein sollte, wenn nicht ein politischer Mitbewerber und Konkurrent.“ Darüber hinaus sei es „absolut anti-demokratisch“, wenn normale CSU-Basismitglieder nicht öffentlich auftreten und an Diskussionen teilnehmen sollen.

„Dies dürfen nach Zechs und Geisslers Ansicht also nur Funktions- und Mandatsträger der Partei“, kritisierte Bendels. Das zeige ein sehr zweifelhaftes Verständnis von Meinungsfreiheit auf. „Mit ihrem undemokratischen Gebaren schaden Zech und Geissler jedenfalls unserer CSU und sprechen dem Motto der CSU als ‘die Mitmachpartei’ Hohn und Spott“, erläuterte Bendels. (FA/ho)

„Menschen bei Maischberger“ mit David Bendels (ganz links): Äußerungen zur AfD verteidigt Foto: picture alliance / dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag