Ausländerkriminalität

Trotz Knast: Asylbewerber bekommt Geld

KASSEL. Ein Somalier, dem versuchter Totschlag vorgeworfen wird, erhält auch in Untersuchungshaft Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Während einem gewöhnlichen Häftling lediglich rund 33 Euro im Monat zustehen, bekommt der Dreißigjährige vom Landkreis Kassel über hundert Euro als Taschengeld ausgezahlt, wie Landkreissprecher Harald Kühlborn der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen bestätigte.

Ein alleinstehender Asylinteressierter erhält demnach in Kassel monatlich 143 Euro. Auch in „Abschiebungs- und Untersuchungshaft“ steht ihm ein „individueller Geldbetrag zur Deckung des notwendigen persönlichen Bedarfs“ zu, der um dreißig Prozent auf 101 Euro gekürzt werden darf. Allerdings erhielt der Häftling bisher 109 Euro, was an einer falschen Berechnung lag, räumte Kühlborn ein.

Atomphysiker sticht Mann nieder

Erst durch Recherche der Zeitung sei dies aufgefallen. Im kommenden Monat soll der Mann dann den vollständig gekürzten Betrag von 101 Euro erhalten. „Gar nicht zahlen geht nicht“, verdeutlichte Kühlborn. Der Landkreis sei durch Gesetz zur Zahlung verpflichtet. Diese Geldsumme übersteigt aber noch immer den Beitrag um das dreifache, den ein arbeitsunfähiger Häftling mit deutscher Staatsbürgerschaft bekommen könnte.

Der Somalier, der in Haft als „brandgefährlich“ gilt, war der Kasseler Polizei bereits wegen mehrerer Gewaltverbrechen aufgefallen. Zuletzt bettelte er am 23. August einen 22 Jahre alten Mann an. Als dieser ihm kein Geld geben wollte, schlug er dem Mann ins Gesicht und stach mit einem Messer auf ihn ein. Das Opfer wurde dabei lebensgefährlich verletzt. In seiner Heimat will der Mann laut Zeitungsbericht als Atomphysiker gearbeitet haben. (FA)

Blutiges Messer (Symbolbild) Foto: picture alliance / blickwinkel / McPHOTO

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