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Bundesinnenministerium: Deutschland als Rückzugsraum tschetschenischer Terroristen Foto: dpa

Asylbewerber
 

Tschetschenen: Behörden sehen hohe Gewaltaffinität

BERLIN. Die Zahl der tschetschenischen Asylbewerber ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Insgesamt gaben 13.603 Asylsuchende an, tschetschenischer Volkszugehörigkeit zu sein, teilte das Innenministerium auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT mit. Dies sind fast 600 Prozent mehr als noch 2012 (2.339).

2014 brach die Zahl der Asylsuchenden bis Ende Juni auf 1.995 ein. Grund ist vor allem die Krise in der Ukraine und die stärkere Überwachung der Grenze zu Rußland. Bisher war dies einer der Hauptwege für Asylbewerber aus der Kaukasusregion. Das Innenministerium zeigte sich besorgt über eine mögliche Radikalisierung der Tschetschenen in Deutschland.

Tschetschenische Terrororganisationen in Deutschland

Zwar gebe es keine konkreten Erkenntnisse, daß „potentiell gefährliche Personen“ in signifikanter Weise in Deutschland Asyl suchten, dennoch beobachte man, daß „junge Tschetschenen mit Blick auf ihr Herkunftsland eine nicht geringe Gewaltaffinität mitbringen“, sagte ein Sprecher der Behörde der JUNGEN FREIHEIT.

In Deutschland sind demnach vor allem das „Kaukasische Emirat“ (etwa 200 Anhänger) sowie die „Tschetschenische Republik Itschkeria“ (circa 50 Anhänger) aktiv. Diese nutzten die Bundesrepublik als „Rückzugsraum“.

In den vergangenen Wochen hatten islamistische Tschetschenen in Deutschland immer wieder für Aufsehen gesorgt. Im nordrhein-westfälischen Herford attackierten Anfang August mehrere Tschetschenen zwei Jesiden, die Werbung für eine Demonstration gegen den „Islamischen Staat“ (IS) organisieren wollten. Im vergangenen Jahr mißhandelten tschetschenische Asylbewerber ein Ehepaar in einer Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt wegen dessen angeblich „unislamischen Verhaltens“.

Hintergründe und eine Reportage dazu lesen Sie in der aktuellen Ausgabe (36/14) der JUNGEN FREIHEIT.

Bundesinnenministerium: Deutschland als Rückzugsraum tschetschenischer Terroristen Foto: dpa
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