Joachim Kuhs
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Berlin
 

Streit nach Krawallen in Freibad

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Freibad Pankow: Bäderbetriebe diskriminieren Alleinlebende Foto: picture alliance/dpa

BERLIN. Die Ausschreitungen von arabisch- und türkischstämmigen Jugendlichen in einem Freibad im Berliner Bezirk Pankow haben ein Nachspiel. „Die Vorfälle werden Thema im nächsten Sportausschuß sein“, sagte der Berliner CDU-Abgeordnete Peter Trapp der Berliner Morgenpost.

Am vergangenen Donnerstag war es zu einem Großeinsatz der Polizei in dem Freibad gekommen, nachdem die Bademeister von mehr als 50 Jugendlichen bedrängt wurden. Aus Sicherheitsgründen wollten die Bademeister zuvor einen Sprungturm schließen. Die Sicherheitskräfte mußten mit 60 Beamten anrücken und räumten das Freibad vollständig.

Blonde Badmitarbeiterinnen werden nicht ernst genommen

Die Berliner Bäderbetriebe entschieden daraufhin, das Sommerbad am Freitag und Sonnabend ausschließlich für Familien zu reservieren. Alleinlebenden, Jugendlichen und Kindern ohne Begleitung wurde der Zugang strikt verwehrt. Trapp kritisierte das Vorgehen des Betreibers und forderte, daß individuelle Entscheidungen getroffen werden müßten, wer ins Bad dürfe und wer nicht. Bestimmte Gruppen pauschal auszuschließen, lehnte er ab. Die SPD dagegen sprach sich für mehr „Konfliktlotsen“ in Schwimmbädern aus.

Während ein Sprecher der Bäderbetriebe in einer ersten Reaktion von „testosteronüberschwemmten Jungmännern“ sprach, heißt es beim Tagesspiegel, die Probleme häuften sich, seit es eine Straßenbahnverbindung in den Problembezirk Wedding gebe. „Seitdem die Straßenbahn eine direkte Verbindung bietet, haben wir diese Klientel in Pankow“, zitiert das Blatt einen Mitarbeiter der Bäderbetriebe. Viele Jugendliche ließen sich von blonden Badmitarbeitern nichts sagen.

Bereits 2006 heftige Krawalle

Es ist nicht der erste derartige Zwischenfall in dem Freibad. Bereits 2006 hatten ausländische Jugendbanden in der Einrichtung randaliert. Sie demolierten die Einrichtung, rissen Absperrseile und Halterungen aus den Verankerungen und trieben die Badegäste schließlich in die Flucht. (ho)

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