Rassimusvorwürfe
 

Türkischer Bund fordert staatliche Medienbeobachtungsstelle

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Der Türkischer Bund fordert eine staatliche Medienbeobachtungsstelle gegen Rassismus Pixelio/Jetti Kuhlemann

BERLIN. Der Türkische Bund Berlin-Brandenburg hat die Bundesregierung aufgefordert, „umgehend eine Medienbeobachtungsstelle zur Eindämmung der rassistischen Diskurse einzurichten“. Nur so könne das funktionierende Zusammenleben aufrechterhalten werden und die verletzte Würde vieler Menschen, die Rassismus erfahren, wieder hergestellt werden, sagte die Sprecherin des Türkischen Bundes, Çiçek Bacik.

Hintergrund ist die Kritik an der kurdischstämmigen Publizistin Mely Kiyak. Diese hatte Thilo Sarrazin in einer Kolumne für die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“ bezeichnet. Nach massiver Kritik, unter anderem von Henryk M Broder in der Welt, zog der Dumont-Verlag, zu dem die beiden Zeitungen gehören, die Kolumne zurück. Kiyak bedauerte im Nachhinein ihre Wortwahl.

Kritik am Springer-Verlag

Der Türkische Bund bezeichnete es als beunruhigend, daß „der Springer-Verlag auf den Zug der rechtsextremen Szene springt und somit eine systematische Einschüchterungskampagne gegen Rassismuskritik in unserer Gesellschaft verfolgt“. Gleichzeitig erinnerte Bacik daran, daß der Springer-Verlag mit dem Vorabdruck von Sarrazins Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ der „Verbreitung rassistischen Gedankenguts“ ein Forum geboten habe.

Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe sich hinter Sarrazin gestellt und ihm die Möglichkeit gegeben, in Talkshows Millionen islamische Einwanderer öffentlich zu verleumden. „Mely Kiyak wurde medial unter Druck gesetzt, sich für ihre Äußerungen an Sarrazin zu entschuldigen. Niemand hat sich bis heute für die unzähligen rassistischen Beleidigungen entschuldigt, die unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit ungestört verbreitet werden“, beklagte der Türkische Bund. (krk)

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