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Innere Sicherheit
 

Innenministerium stoppt Plakataktion gegen Islamismus

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Plakat der gestoppten Kampagne „vermißt“ Foto: initiative-sicherheitspartnerschaft.de

BERLIN. Das Bundesinnenministerium verzichtet vorerst auf seine Plakatkampagne gegen die Radikalisierung junger Moslems. „Aufgrund einer aktuellen Gefährdungsbewertung des Bundeskriminalamtes (BKA)“ verschiebe man die Aktion „vermißt“, teilte das Ministerium am Donnerstag mit.

Die geplanten Plakate zeigen fiktive Vermißtenanzeigen von Moslems, die sich zu religiösen Fanatikern entwickelt haben. Darunter ist eine Telefonnummer angegeben, an die sich Familien und Freunde von Islamisten wenden können.

Gefährungsbewertung gilt für In- und Ausland

Die Plakate in deutscher, türkischer und arabischer Sprache sollten vor allem in Gebieten mit einem hohen Ausländer- und Moslemanteil angebracht werden. Dagegen hatte es massiven Protest von Islamverbänden gegeben.

Das BKA wollte auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT nicht näher auf die Gefährdungsbewertung eingehen. Sie gelte aber für das In- und Ausland. Die Beurteilung der Behörde bezog sich offenbar auf die Wirkung der Kampagne in der islamischen Gesellschaft. Nachdem das Ergebnis vorlag, habe sich das Bundesinnenministerium entschieden, die Plakataktion auszusetzen, sagte eine Sprecherin der JF.

Islamisten jubeln

Die islamistische Organisation Milli Görüs zeigte sich erfreut von der Entscheidung des Innenministeriums: „Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Im zweiten Schritt folgt sicher die komplette Einstellung der ‘Vermißt’-Kampagne“, sagte ihr stellvertretender Vorsitzender, Mustafa Yeneroğlu. „Allem Anschein nach ist das Bundesinnenministerium doch vernünftig geworden und hat die zutreffende und breite Kritik an der geplanten Plakatkampagne ‘Vermißt’ endlich erhört und nimmt erst einmal Abstand von diesem Vorhaben.“

Zwar sei die Plakataktion laut Mitteilung des Ministeriums nur verschoben, doch könne davon ausgegangen werden, daß sich das Ministerium eher eines Besseren belehren lassen habe und auf die Plakataktion ganz verzichten werde. „Wie man sieht, hat sich das Bohren dicker Bretter gelohnt“, betonte Yeneroğlu. (krk)

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