EU-Vorstoß
 

Familienministerin Schröder gegen Frauen-Quote für die Wirtschaft

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Familienministerin Kristina Schröder ist gegen eine Frauen-Quote für die Wirtschaft Foto: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

BERLIN. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat mit deutlicher Ablehnung auf den Vorstoß vom EU-Justizkommissarin Viviane Reding reagiert, eine 40 prozentige Frauen-Quote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen einzuführen.

Die Bundesregierung werde sich von Brüssel keine Quote vorschreiben lassen, sagte Schröder in einem vom Spiegel geführten Streitgespräch mit Reding. Den Weg für mehr Frauen in Führungspositionen müsse jedes Land für sich selbst finden.

Schröder begründete ihre Ablehnung einer Quote damit, daß ihr das Denken in Geschlechterkollektiven fremd sei. „Die Quote ist ein Instrument von gestern, ihr liegt ein kollektivistisches Denken zugrunde.“ Oberflächlich betrachtet könne eine Quote Gerechtigkeit simulieren, aber für Einzelne verschärfe sie eher die Ungerechtigkeiten, als sie zu beheben.

Mögliche Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen

Zwar könnten einige Frauen durch eine solche Regelung profitieren, aber das seien meist Frauen, die keine familiären Verpflichtungen hätten. „Ich halte es für absurd, ganz unterschiedlichen Unternehmen, von der Stahlbranche bis hin zu den Medien, eine einheitliche Quote vorzuschreiben“, erläuterte die Ministerin.

Die Debatte um das Für und Wider einer verbindlichen Frauen-Quote für die Wirtschaft erhält zudem durch einen Bericht neue Nahrung, nach dem sich deutsche Unternehmungen möglicherweise nicht mehr an Ausschreibungen in Spanien und Frankreich beteiligen dürfen, weil sie die dortigen per Gesetz vorgeschriebenen Quoten nicht erfüllen.

Die Rheinische Post hatte aus einem entsprechenden internen Papier der Europa-Abteilung des Auswärtigen Amts zitiert, das einen solchen Schluß nahelegt. Laut dem Blatt will die Opposition das Papier nun im Bundestag diskutieren. (krk)

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