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Gesellschaft
 

EKD fordert verstärkten Kampf gegen Rechtsextremismus

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Sitz der EKD in Hannover Foto: Wikipedia/AxelHH. (gemeinfrei)

HANNOVER. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat zum Kampf gegen den Rechtsextremismus aufgerufen. Der „Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges vor 67 Jahren“ biete Anlaß, „die menschenverachtenden Taten und Äußerungen rechtsextremer Gruppierungen auf das Schärfste zu verurteilen“, heißt es in einer Stellungnahme der EKD.

Die mörderische Gewalt, „die von im Untergrund tätigen Neonazis“ ausgeübt worden sei, stelle einen entsetzlichen Höhepunkt dar. „Die Einstellungen, aus denen diese Äußerungen entstehen, finden sich in der Mitte unserer Gesellschaft und somit auch vereinzelt unter Mitgliedern unserer Kirche.“

Christen seien dazu verpflichtet, gegen die Abwertung und Mißachtung von Menschen aufzustehen. Deutschland sei ein Land, in dem Menschen aus vielen Völkern, Kulturen und Religionen lebten. „Wir akzeptieren deshalb nicht, daß Migranten und Migrantinnen oder Deutsche mit ausländischen Wurzeln gewaltsam bedrückt und bedrängt werden.“ Die EKD bete daher dafür, daß Gott der Kirche und der Gesellschaft immer wieder neu den Geist des Friedens, der Freundlichkeit und der Toleranz schenke.

Wir bitten darum, daß Gott uns immer neu unsere Schuld erkennen läßt

„Gleichzeitig mahnen wir einzusehen, daß die Schuld der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft nicht wegerklärt oder verharmlost werden darf. Wir bitten darum, daß Gott uns immer neu unsere Schuld erkennen läßt und neue Anfänge schenkt“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Die Evangelische Kirche stehe zudem für das Existenzrecht des Staates Israel und das friedliche, an den Menschenrechten orientierte Zusammenleben aller Völker im Nahen Osten ein und bete dafür, „daß Gott sein Volk Israel schützt und daß er seine Christenheit die bleibende Verbindung mit Israel nicht vergessen läßt“.

„Neonazistischen, rassistischen, antijüdischen und islamophoben Äußerungen“ müsse auf allen Ebenen des gesellschaftlichen und kirchlichen Lebens energisch entgegengetreten werden. Der Rat der EKD biete sich als Partner von Politik, Staat und Gesellschaft an, wenn es darum gehe, diesen Widerstand zu leisten. Gleichzeitig sprach sich das Gremium dafür aus, auf die von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder eingeführte Extremismusklausel zu verzichten, da diese die Arbeit von Gruppen und Initiativen gegen Rechtsextremismus erschwere. (krk)

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