Markus Krall Freiheit oder Untergang

CDU-Krise
 

Ex-Ministerpräsident Münch gibt Merkel Schuld an Wahlniederlage

s03_muench
Werner Münch: Der frühere Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt gibt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Schuld für die jüngste Niederlage der CDU Foto: Privat

BERLIN. Der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Werner Münch, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Schuld am schlechten Wahlergebnis ihrer Partei in Baden-Württemberg gegeben. Unter ihrem Vorsitz sei die Union zu einer Partei der Beliebigkeit und der Konturlosigkeit geworden, sagt Münch im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT.

Gleichzeitig warnte der Ex-CDU-Politiker: „Wenn es dabei bleibt, daß sich die Analyse der Wahlniederlage auf die Formel reduziert: ‘Allein der Reaktor in Japan war schuld!’ dann wäre das fatal, dann wird sich der Abstieg der Union fortsetzen!“

Christliche wie konservative Werte seien ohne Rücksicht gestutzt worden, und nun eile die CDU von Niederlage zu Niederlage. Auch in Bremen und Berlin werde die CDU keine Chance haben.

„Wie viele Nackenschläge braucht die Union eigentlich noch?“

„Ich frage mich, wie viele Nackenschläge braucht die Union eigentlich noch, bis sie das endlich begreift und sich auf ihre ursprünglichen Grundsätze und Stärken zurückbesinnt. Eine Partei der Beliebigkeit und ohne Kompaß ist nicht regierungsfähig“, kritisierte Münch.

Merkel stelle allein den Machterhalt in den Vordergrund ihrer Politik: „Von Talleyrand stammt der Ausspruch: ‘Dort geht mein Volk, ich muß ihm nach, ich bin sein Führer!’ Das paßt nach meinem Eindruck genau auf Frau Merkel“, sagte der frühere Ministerpräsident. 

Der Politikwissenschaftler und Soziologe Werner Münch erklärte 2009 aus Protest gegen der Kurs der CDU unter Angela Merkel seinen Austritt aus der Partei, der er 37 Jahre angehört hatte. Er gehörte dem Bundesvorstand der CDU und ab 1991 dem Präsidium an, war Landesfinanzminister und von 1991 bis 1993 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. (JF)

Das vollständige Interview mit Werner Münch ist in der aktuellen Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT (14/11) erschienen.

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles