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Streit an Bundeswehruniversität
 

CSU-Politiker Goppel verteidigt Chefredakteur von Studentenzeitschrift

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Der ehemalige bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) kann die Aufregung nicht verstehen Foto: Wikipedia/Michael Lucan

BERLIN. Der ehemalige bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) hat sich im Streit an der Bundeswehruniversität München um die Studentenzeitung Campus vor deren Chefredakteur Martin Böcker gestellt. „Ich kann die Aufregung nicht nachvollziehen. In den Texten kann ich nirgendwo Anhaltspunkte für das entdecken, was Herrn Böcker vorgeworfen wird“, sagte Goppel der JUNGEN FREIHEIT. 

Die Tatsache, daß jemand dem Einsatz von Frauen in der Bundeswehr skeptisch gegenüberstehe, sei noch lange kein Grund, ihm Frauenfeindlichkeit zu unterstellen, betonte der CSU-Politiker. Vielmehr sei eine solche Auffassung das Gegenteil von frauenfeindlich, weil die Kritik auch aus Sorge um die Frauen sowie zu deren Schutz geäußert werde. 

Er selbst sei in dieser Frage eher bei Böcker als beim SPD-Landtagsabgeordneten Peter Paul Gantzer, sagte Goppel. „Wobei mir nicht wirklich klar ist, was für eine Bundeswehr Herrn Gantzer selbst vorschwebt und was ihn ob der Rolle und Aufgabe von Frauen dort umtreibt.“

Goppel: Vorgehensweise ist einer Demokratie unwürdig

Gantzer, der auch als Honorarprofessor für Bürgerliches und Grundbuchrecht an der Bundeswehruniversität tätig ist, hatte sich in einem Brief an Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) gewandt und ihn aufgefordert, gegen die „sexistische, frauenfeindliche und diskriminierende“ Betätigung an der Universität vorzugehen –gegebenenfalls mit disziplinarrechtlichen Schritten. 

Der Universitätsleitung riet Goppel, Böcker erst einmal anzuhören, bevor man ihn öffentlich verurteile. Bislang habe er den Eindruck, daß sich die Universität nur auf Äußerungen von Dritten gestützt habe. Dies sei der Demokratie aber unwürdig. „Es stünde der zumal weiblichen Hochschulleitung besser zu Gesicht, sich selbst ein Bild von Herrn Böcker zu machen“, kritisierte der CSU-Politiker. 

Die Rektorin der Universität, Merith Niehuss, hatte zuvor in einer Nachricht an alle Studenten und Mitarbeitern davor gewarnt, in der Campus werde ein „geistiges Gedankengut“ verbreitet, das ein „potentieller Herd für die Näherung an den Rechtsextremismus“ sei, die man bereits im Grundsatz verhindern wolle. (krk)

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