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Zahlendiskussion
 

Historikerkommission: Bis zu 25.000 Tote bei Luftangriffen auf Dresden

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Neumarkt mit Frauenkirche in Dresden: „Anteil von Flüchtlingen an den Dresdner Luftkriegstoten gering“ Foto: Pixelio/Rolf Handke

DRESDEN. Die Luftangriffe der Alliierten auf Dresden zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 haben den Tod von bis zu 25.000 Menschen zur Folge gehabt. Dies ist das Ergebnis des Untersuchungsberichts der von der Stadt Dresden im Jahr 2004 beauftragten Historikerkommission.

Damit bestä̈tigen sich nach Angaben von Oberbürgermeisterin Helma Orosz die offiziellen Zahlenangaben der zuständigen Behörden aus den Jahren 1945 und 1946. Aufgabe der Kommission war es, den „aktuellen Forschungsstand zur Zahl der durch die Luftangriffe getöteten Menschen festzustellen“. Hintergrund ist eine seit langer Zeit geführten Debatte um die Höhe der Opferzahl, die stets auch ein Politikum war.

Alle Quellen seien daher von der Kommission auf ihre Plausibilität hin überprüft worden. Laut Mitteilung der Stadtverwaltung habe die Analyse der Einzelfallnachweise unter anderem ergeben, daß „der Anteil von Flüchtlingen an den Dresdner Luftkriegstoten gering war“.

Kein Nachweis für Tieffliegerbeschuß

Bei den Recherchen seien in den Archiven, in den Unterlagen der Friedhöfe sowie in den Nachweisen der Standesämter und Amtsgerichte fast 60.000 Einzelnachweise in einer elektronischen Datenbasis erfaßt worden. Bei dieser Erfassung habe man festgestellt, daß „in der Mehrzahl der Fälle mehrere Nachweise für eine getötete Person“ vorliegen. Erfaßt wurden dabei sowohl namentlich bekannte als auch unbekannte Tote.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung der Stadt, „oft zitierte Erinnerungsberichte, die wesentlich höhere Totenzahlen aus vermeintlich autorisierter Quelle berichten“, seien von der Kommission „exemplarisch hinterfragt und als spekulativ bewertet worden“. Ebenso wenig hätten sich populäre Annahmen bewahrheitet, wonach zahlreiche Tote in der Stadt nicht geborgen worden seien.

Die Kommission ging auch der Frage nach, ob während der alliierten Luftangriffe im Februar 1945 tieffliegende Flugzeuge die Bevölkerung in Dresden aus Bordwaffen beschossen hätten: „Im Ergebnis der Auswertung militärischer und ziviler Dokumente aus deutschen und alliierten Quellen konnten Tieffliegerangriffe zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 auf das Stadtgebiet von Dresden ausgeschlossen werden.“ Auch archäologische Untersuchungen an mehreren Stellen hätten „keinen Nachweis für Bordwaffenbeschuß erbracht“. (vo)

> Der offizielle Abschlußbericht der Historikerkommission im Internet

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