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1.-Mai-Krawalle
 

Linksextreme drohen Staatsanwalt

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Linksextreme Internetseite: „System abschaffen“ Screenshot: JF

BERLIN. Mutmaßliche Linksextremisten haben im Internet den Berliner Oberstaatsanwalt Ralph Knispel bedroht. Der Jurist ist Anklagevertreter im Verfahren gegen die Schüler Yunus K. und Rigo B., die sich wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten müssen. Ihnen wird vorgeworfen, während der Unruhen am 1. Mai eine Frau mit Brandsätzen schwer verletzt zu haben.

Auf einer Internetseite, die vor allem über „direkte Aktionen“ sogenannter „Autonomer“ berichtet, wurde Anfang September das Selbstbezichtigungsschreiben zum Brandanschlag auf ein Auto wiedergegeben, in dem es am Schluß heißt: „Wir setzten dagegen unseren Lösungsansatz: System abschaffen, Profiteure und Mitmacher angreifen, besser beseitigen.

Das gilt auch für den Staatsanwalt Ralph Knispel im 1.-Mai-Verfahren gegen Yunus und Rigo, selbst die Anwälte bezeichnen ihn als befangen, wir wünschen ihm, daß er so endet wie Uwe Lieschied an der Hasenheide. Flammende Grüße nach Moabit und viel Kraft an Yunus und Rigo, Bullen sind Lügner und Mörder, laßt euch nicht einmachen.“

Verteidiger werfen Staatsanwalt Beweisfälschung vor

Der 42jährige Kriminalpolizist und Familienvater Lieschied war vor zwei Jahren im Berliner Stadtteil Neukölln von einem Kurden erschossen worden. Ermittler sehen im aktuellen Fall einen Zusammenhang zwischen dem Aufruf und den scharfen Angriffen der Verteidigung der beiden Angeklagten auf den Staatsanwalt. Die Anwälte warfen Knispel laut Bild-Zeitung vor, er habe gefälschte Beweise vorgelegt und wünsche aus politischen Gründen eine schnelle Verurteilung der beiden Schüler.

Berlins Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) sagte, die Ermittlungsbehörden hätten alles in die Wege geleitet, um die Urheber des Textes zu ermitteln. Nach Meinung der Politikerin sei es „empörend, daß solche Texte im Internet veröffentlicht werden“.

Die Polizei teilte lediglich mit, daß „geeignete Maßnahmen“ zum Schutz des Oberstaatsanwalts getroffen wurden. Nähere Angaben wollten die Beamten nicht machen, um den Schutz des Bedrohten nicht zu konterkarieren. (FA/vo)

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