Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Hakenkreuzfall: Bündnis entzieht Rebecca K. Ehrenpreis

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Rebecca K. bei der Preisverleihung Foto: JF

BERLIN. Das Bündnis für Demokratie und Toleranz hat auf seiner Sitzung am Montag beschlossen, Rebecca K. den ihr im Februar 2008 verliehenen Ehrenpreis für Zivilcourage wieder abzuerkennen.

Hintergrund ist die rechtmäßige Verurteilung der jungen Frau wegen Vortäuschens einer Straftat. Die damals 17jährige aus Mittweida hatte im November 2007 angegeben, Rechtsextremisten hätten ihr ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt, als sie einem jungen Aussiedlermädchen zur Hilfe geeilt sei, daß angeblich von den Männern bedroht worden war.

Obwohl schon bald Zweifel an der von Rebecca K. geschilderten Version aufkamen, erhielt sie dafür den Ehrenpreis für Zivilcourage. Im vergangenen November sah es das Amtsgericht Hainichen jedoch als erwiesen an, daß die junge Frau den Vorfall nur erfunden hatte und verurteilte sie deshalb zum Ableisten von vierzig Sozialstunden.

Bündnis für Demokratie und Toleranz bedauert Entscheidung

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Jahr, zu dessen Wahlkreis Mittweida gehört, forderte das Bündnis für Demokratie und Toleranz Ende Februar daraufhin auf, den Preis zurückzunehmen und sich bei den Bürgern der Stadt zu entschuldigen. Anfang März ließ Rebecca K. durch ihren Anwalt erklären, sie habe den Preis zurückgegeben, was jedoch kein Schuldeingeständnis sei.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz bedauerte nun in einer Erklärung die Entscheidung, Rebecca K. den Preis verliehen zu haben und bot an, „vor Ort ein Gespräch mit den Vertretern der Stadt und den zivilgesellschaftlichen Gruppen zu führen“.

Gleichzeitig rufe man jedoch alle Bürger dazu auf, „in ihrem Alltag Zivilcourage zu beweisen und jeglicher Form von Unrecht und Gewalt aktiv entgegenzuwirken“. (krk)

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