Erziehungswissenschaftler fordert mehr ausländische Lehrer

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Deutsch nicht „absolut perfekt“ beherrscht Foto: Pixelio/Rodinge

BERLIN. Der Berliner Bildungswissenschaftler Jörg Ramseger hat einen vermehrten Einsatz von Lehrern aus Zuwandererfamilien an deutschen Schulen gefördert. Anders sei die Benachteiligung von Migrantenkindern im deutschen Bildungssystem nicht zu überwinden.

„Wir können Menschen nicht unterrichten und erziehen, wenn wir ihre Sprache nicht sprechen“, sagte Ramseger nach einem Bericht der Nachrichtenagentur ddp. Es sei falsch, daß das deutsche Schulsystem nicht auf die Herkunft ausländischer Kinder eingehe, sondern versuche, sie „deutsch zu machen und einzudeutschen“.

„Kulturellen Hintergrund nicht als minderwertig ansehen”

Der kulturelle Hintergrund der Kinder dürfe nicht ausgeblendet oder als „minderwertig“ angesehen werden, forderte der Leiter der Arbeitsstelle Bildungsforschung Primarstufe an der Freien Universität Berlin. Zwar gebe es keine verläßlichen Zahlen, wie viele Lehrer aus Zuwandererfamilien derzeit an deutschen Schulen arbeiteten, es seien aber in jedem Fall zu wenig, was Ramsauer unter anderem auf die strengen Berufsvoraussetzungen zurückführt.

So sei es beispielsweise ein Problem, daß viele Ausländer am Lehramtsexamen scheiterten, nur weil sie Deutsch nicht „absolut perfekt“ beherrschten, zitiert die ddp den Berliner Erziehungswissenschaftler. (krk)

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