Henry Nitzsche gründet Wählervereinigung

2002_Henry-Nitzsche
Wahlplakat (2005): Sammelbecken für enttäuschte Konservative

BERLIN. Der sächsische Bundestagsabgeordnete Henry Nitzsche hat eine konservative Wählervereinigung gegründet und will im Sommer zur Kommunalwahl in Sachsen antreten.

Die Vereinigung mit dem Namen „Bündnis Arbeit, Familie, Vaterland – Liste Henry Nitzsche“, die am Montag im sächsischen Skaska gegründet wurde, versteht Nitzsche als eine Art Sammlungsbewegung. Sie solle den Wählern eine Plattform und eine wählbare Alternative zur vom Volke entfernten und abgehobenen Politik der etablierten Parteien bieten, sagte er der JUNGEN FREIHEIT.

Nitzsche selbst will in dem neugeschaffenen Landkreis Bautzen für das Amt des Landrates kandidieren. Sollte die Kommunalwahl für die neue Gruppierung erfolgreich verlaufen, plant Nitzsche sein Bündnis in eine Partei umzuwandeln und im kommenden Jahr zur Landtagswahl anzutreten.

Familie als Fundament der Gesellschaft

Die Teilnehmer der Gründungsveranstaltung beschlossen ein Zehn-Punkte-Grundsatzpapier, mit dem sie sich unter anderem zur Familie als „Fundament der Gesellschaft“, einem christlichen Wertestandpunkt und zum „deutschen Vaterland, seinem Volk und seiner Kultur“ bekennen.

Nitzsche sagte gegenüber der JF, diese zehn Punkte sollten als eine gemeinsame Wertebasis verstanden werden. „Das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Mit diesen Punkten muß sich jeder einverstanden erklären, der sich uns anschließen will“, sagte der Bundestagsabgeordnete.

Der Name der Wählervereinigung ist dem Wahlkampfspruch Nitzsches aus dem Bundestagswahlkampf 2005 entlehnt. Damals hatten die Plakate mit dem Spruch „Arbeit, Familie, Vaterland“ für Wirbel gesorgt, weil dieser zuvor auch von der NPD verwendet worden war.

Nitzsche war Ende 2006 aus der CDU ausgetreten und sitzt seitdem als parteiloser Abgeordneter im Bundestag. Dem Parteiaustritt vorausgegangen war ein Streit um Äußerungen Nitzsches zur ehemaligen rot-grünen Bundesregierung. Er hatte auf einer Parteiveranstaltung den deutschen „Schuldkult“ kritisiert und die rot-grüne Regierung als „Multikulti-Schwuchteln“ bezeichnet.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der JUNGEN FREIHEIT auf der Seite 4.

Die Wählervereinigung im Internet

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