Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Gewalt unter Londons Jugendlichen eskaliert

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Big Ben in London: Experten erwarten noch mehr Gewalt Foto: Pixelio/Pan

LONDON. Die Zahl der seit Jahresbeginn ermordeten Jugendlichen in London hat mit 26 einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht. So viele Tote hatte es im ganzen letzten Jahr gegeben.

Allein im Verlauf der vergangenen zwei Wochen wurden zwei Jugendliche umgebracht: ein 14jähriger starb nach schweren Stichverletzungen im Osten Londons, ein 19 Jahre alter Fußballspieler wurde nach einem anscheinend unprovozierten Angriff vor einer Bar im Stadtteil Croydon erstochen.

Schon vor Monaten hatte die Polizei der britischen Hauptstadt angekündigt, sich stärker gegen Jugendgewalt einsetzen zu wollen. Im Rahmen der „Operation Blunt2“ wurden seit Mai 55.000 Verdächtige durchsucht, 2.500 Personen festgenommen und 1.600 Messer konfisziert. Noch zu Beginn des Jahres hatte der Londoner Polizeichef Sir Ian Blair gesagt, die Bekämpfung der Jugendgewalt sei neben der des Terrorismus wichtigste Polizeiaufgabe. Sein Stellvertreter präzisierte inzwischen, „Messergewalt“ habe für die Kripo „erste Priorität“.

Mehr Messerträger zu Haftstrafen verurteilt

Die Regierung scheint härter durchgreifen zu wollen. Messerbesitzer stehen mit einem Bein im Gefängnis stehen. Wurden 1996 sechs Prozent der Messerträger zu Gefängnisstrafen verurteilt, waren es 2006 bereits 17 Prozent. Presseverlautbarungen ist in der Regel nicht zu entnehmen, welcher ethnischen Herkunft die Gewalttäter sind.

Nach Ansicht von Experten wird sich die Megastadt mit 7,5 Millionen Einwohnern wohl auf noch mehr Schwerkriminalität unter jungen Leuten einstellen müssen. Ein Jugendarbeiter im Stadtteil Brixton, Raymond Stevenson, sagte: „Wir sind nicht am Ende eines Trends, sondern erst am Anfang.“

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