Britische Polizei schönt Kriminalstatistik

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Polizisten in London: Gewaltverbrechen verharmlost? Foto: Flickr/BioTxema

LONDON. Für einen Skandal in Großbritannien hat die laxe Erfassung von Straftaten durch die Polizei gesorgt. Wie die Behörden jetzt bekanntgaben, wurden Fälle schwerer Körperverletzung häufig als weniger gravierende Straftaten gezählt.

Zwar hat die Zahl der registirerten Fälle insgesamt gegenüber dem vergangenen Jahr um sechs Prozent abgenommen. Durch die neue Zählweise stieg jedoch die Zahl schwerer Kapitalverbrechen um mehr als 20 Prozent an.

Innenministerin Jacqui Smith (Labour) verteidigte gegenüber dem der BBC die Nachlässigkeit der Polizei: „Lassen Sie uns klarstellen: es gibt kein Verbrechen, das nicht aufgenommen, nicht veröffentlicht oder nicht behandelt wurde. Sie wurden nur nicht in die Kategorie ‚schwerste Gewaltverbrechen’ aufgenommen.“ Wie lange diese Praxis schon beibehalten wurde, ist unklar.

Anstieg von Messerattacken

Als besonders besorgniserregend sieht eine Untersuchung des Haushaltsausschusses den deutlichen Anstieg von Überfällen mit dem Messer, der gegen den allgemeinen Trend sinkender Gewaltverbrechen ging. Zwischen 1998 und 2006 hat sich die Zahl der Jugendlichen zwischen fünfzehn und siebzehn Jahren verdoppelt, bei denen ein Messer gefunden wurde.

Schon seit Jahren besitzt Großbritannien ein Gewaltproblem. Immer wieder spielen hierbei Messer eine Rolle, obwohl das Land inzwischen eine der restriktivsten Waffeneinschränkungen in Europa hat. Dennoch sind alleine in London dieses Jahr bisher 27 Jugendliche durch Messerangriffe ums Leben gekommen.

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