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„Inakzeptabel“: Trumps Grönland-Strafzölle entsetzen europäische Politiker

„Inakzeptabel“: Trumps Grönland-Strafzölle entsetzen europäische Politiker

„Inakzeptabel“: Trumps Grönland-Strafzölle entsetzen europäische Politiker

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Trumps Grönlandzölle untergraben für sie transatlantische Beziehungen. (Themenbild)
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Trumps Grönlandzölle untergraben für sie transatlantische Beziehungen. (Themenbild)
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Trumps Grönlandzölle untergraben für sie die transatlantischen Beziehungen. Foto: picture alliance / dts-Agentur | –
„Inakzeptabel“
 

Trumps Grönland-Strafzölle entsetzen europäische Politiker

Nach Donald Trumps Zolldrohungen wegen der US-Übernahmepläne für Grönland tönt es Kritik aus Brüssel, Paris und London. Auch führende europäische Rechtspolitiker reagieren deutlich.
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BRÜSSEL/WASHINGTON. Im Streit um Grönland hat die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) die geplanten US-Strafzölle auf acht europäische Staaten kritisiert. „Die Europäische Union erklärt ihre volle Solidarität mit Dänemark und der Bevölkerung Grönlands“, schrieb sie auf dem Kurznachrichtendienst X am Samstagabend. Die Maßnahmen des US-Präsidenten Donald Trump würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und das Risiko einer „gefährlichen Abwärtsspirale“ darstellen. Europa werde weiterhin geeint, koordiniert und zur entschlossenen Verteidigung seiner Souveränität bereit bleiben.

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte deutliche Kritik. „Die Zolldrohungen sind inakzeptabel und in diesem Kontext fehl am Platz“, schrieb er am Samstagabend auf X. „Weder Einschüchterung noch Drohworte werden uns umstimmen – egal, ob in der Ukrainefrage, beim Thema Grönland oder anderswo in der Welt, wo wir mit solchen Situationen konfrontiert werden.“ Großbritanniens Premier Keir Starmer betonte unterdessen, die Zukunft Grönlands sei eine Angelegenheit der Bürger der Insel und Dänemarks. „Wir haben außerdem klargemacht, daß die Sicherheit der Arktis für das gesamte Nato-Bündnis von Bedeutung ist.“ Alle Alliierten sollten gemeinsam mehr tun, um der Bedrohung durch Rußland zu begegnen.

Bundeswehr zog Soldaten aus Grönland wieder ab

Kritik an den Zöllen kam auch von den europäischen Rechtsparteien. Der Vorsitzende des französischen Rassemblement National, Jordan Bardella, bezeichnete die Drohungen aus Washington als „nicht hinnehmbar“. Er forderte die EU dazu auf, das im Juli ausgehandelte Handelsabkommen mit den USA auszusetzen. Derzeit verzögert Brüssel die Ratifizierung des Abkommens aufgrund des Streits um Grönland. Auch der Vorsitzende der britischen Reform UK, Nigel Farage, betonte, die neuen Abgaben würden Großbritannien schaden.

Zuvor hatte US-Präsident Trump als Reaktion auf die Entsendung der Soldaten aus acht europäischen Staaten nach Grönland Strafzölle in Höhe von zehn Prozent angekündigt (JF berichtete). Sie sollen ab Februar gelten und im Fall fehlender Einigung bis Ende Mai auf 25 Prozent steigen. Betroffen sind neben Dänemark auch Deutschland, die Niederlande, Finnland, Schweden, Norwegen, Frankreich und Großbritannien. Trump begründete seine Maßnahme unter anderem damit, daß China und Rußland Interesse an der Insel hätten. Zudem könne das von Washington geplante globale Raketenabwehrsystem im Weltall nur dann sein maximales Potential erreichen, wenn „dieses Land“ ein Teil davon sei.

Am Donnerstag hatte Deutschland 15 Bundeswehrangehörige auf die Insel entsendet, um eine „Erkundungsmission“ Dänemarks und weiterer von neuen Zöllen betroffener Staaten zu unterstützen. Inzwischen zog Berlin die Soldaten ab. „Die Erkundung ist auftragsgemäß abgearbeitet worden“, teilte ein Bundeswehrsprecher mit. Zuvor hatte Trump seine Berater angewiesen, konkrete Pläne für die Übernahme Grönlands auszuarbeiten. Das selbstverwaltete Gebiet mit rund 57.000 Einwohnern, das dem dänischen Königreich untersteht, verfügt über eine hohe Anzahl an Bodenschätzen wie Gold, Uran, Öl und andere Ressourcen. Sowohl die USA als auch Dänemark unterhalten dort Militärstützpunkte. (kuk)

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Trumps Grönlandzölle untergraben für sie die transatlantischen Beziehungen. Foto: picture alliance / dts-Agentur | –
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