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Ex-Militärs: Israelische Firma soll in 33 Ländern Wahlmanipulation betrieben haben

Ex-Militärs: Israelische Firma soll in 33 Ländern Wahlmanipulation betrieben haben

Ex-Militärs: Israelische Firma soll in 33 Ländern Wahlmanipulation betrieben haben

Ein trojanisches Pferd, das einen Hacker symbolisiert, dringt in ein Computersystem ein. Die israelische Firma Team Jorge soll weltweit Wahlmanipulation betrieben haben.
Ein trojanisches Pferd, das einen Hacker symbolisiert, dringt in ein Computersystem ein. Die israelische Firma Team Jorge soll weltweit Wahlmanipulation betrieben haben.
Hacking und Fake-Konten: Team Jorge soll Wahlmanipulation betrieben haben. Foto:picture alliance / Zoonar | Alexander Limbach
Ex-Militärs
 

Israelische Firma soll in 33 Ländern Wahlmanipulation betrieben haben

Sie sollen sich in Konten von Wahlkampfhelfern gehackt haben und gefälschte Nutzerkonten betreiben. Eine von Geheimagenten geführte Firma aus Tel Aviv behauptet, weltweit Wahlmanipulation betrieben zu haben. Die Spuren führen auch nach Europa.
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TEL AVIV. Eine bislang unbekannte israelische Firma soll weltweit Wahlmanipulation betrieben haben. Das Unternehmen, das unter dem Namen „Team Jorge“ agiert, ist in Tel Aviv ansässig, berichten unter anderem der Spiegel, die israelische Zeitung Haaretz und das Journalisten-Netzwerks „Forbidden Stories“.

Zu den angebotenen Dienstleistungen sollen großangelegte Desinformationskampagnen und Hacking-Angriffe gehört haben. Geführt wird es laut dem Bericht von ehemaligen Agenten und Militärs.

In 33 nationale Wahlkämpfe und Abstimmungen, unter anderem in Kenia und Nigeria, habe das Team bisher eingegriffen. In 27 Fällen sollen die Manipulatoren erfolgreich gewesen sein. Ausgeschlossen waren offenbar nur Aktionen, die sich in die Politik Israels, Rußlands und der USA einmischen.

Fake-Konten in sozialen Netzwerken

Um die sozialen Netzwerke zu beeinflussen, habe die Firma eine eigene technische Plattform namens Aims eingerichtet, über die sie in wenigen Minuten Fake-Konten erstellt haben sollen. Insgesamt 30.000 dieser Konten kontrolliere sie derzeit auf Plattformen wie Facebook, Instagram und Twitter, und das offenbar so professionell, daß es für die Netzwerke nicht möglich sei, die Fälschung zu erkennen. „Team Jorge“ selbst soll diese Strategie als „Informationskrieg“ bezeichnet haben.

Laut den Recherchen hackte sich die Gruppe offenbar zeitweise in das Telegram-Konto eines hochrangigen Wahlkampfmanagers in Kenia, las dort sämtliche Nachrichten und verschickte unbemerkt im Namen des Opfers Nachrichten an andere Nutzer.

Israelischer Ex-Militär leitet Firma

Beim Chef der Firma soll es sich um den israelischen Geschäftsmann und Ex-Militär Tal Hanan handeln. Neben Tel Aviv sei die Firma auch in Ländern wie Griechenland, Bosnien, Indonesien und der Ukraine präsent. Ob sie in diesen Ländern Wahlmanipulationen durchgeführt haben, ist nicht bekannt. Die Mitarbeiter bestünden aus ehemaligen Agenten, Soldaten und Mitgliedern von Spezialeinheiten. Die Firma sei seit 1999 im Geschäft.

Zudem gebe es Verbindungen zur Firma Cambridge Analytica. Das britische Unternehmen geriet 2016 in die Schlagzeilen, weil es aufgrund von Facebook-Daten den Nutzern personalisierte Werbung zuteilte und behauptete, auf diese Weise die Brexit-Abstimmung und die amerikanische Präsidentschaftswahl 2016 beeinflusst zu haben.

2015 sollen beide Firmen im Wahlkampf Nigerias aktiv gewesen sein. Eine Beteiligung von Hanan im Präsidentschaftswahlkampf von Donald Trump soll Cambridge Analytica jedoch abgelehnt haben. (lb)

Hacking und Fake-Konten: Team Jorge soll Wahlmanipulation betrieben haben. Foto:picture alliance / Zoonar | Alexander Limbach
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