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Keine Maßnahmen mehr: Frankreich erklärt Corona-Pandemie für beendet

Keine Maßnahmen mehr: Frankreich erklärt Corona-Pandemie für beendet

Keine Maßnahmen mehr: Frankreich erklärt Corona-Pandemie für beendet

Auch durch den Wahlerfolg von Marine Le Pens Partei Rassemblement National kan Frankreichs Präsident Emmanunel Macron keine Corona-Maßnahmen mehr durchsetzen: Die Pandemie ist beendet.
Auch durch den Wahlerfolg von Marine Le Pens Partei Rassemblement National kan Frankreichs Präsident Emmanunel Macron keine Corona-Maßnahmen mehr durchsetzen: Die Pandemie ist beendet.
Auch durch den Wahlerfolg von Marine Le Pens Partei Rassemblement National kan Frankreichs Präsident Emmanunel Macron keine Corona-Maßnahmen mehr durchsetzen. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ludovic Marin
Keine Maßnahmen mehr
 

Frankreich erklärt Corona-Pandemie für beendet

PARIS. Während Deutschland sich auf einen angeblich schweren Corona-Herbst vorbereitet und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bereits wieder mit der Ausrufung der epidemischen Notlage liebäugelt, hat Frankreich nun endgültig alle Einschränkungen beendet. Die Pandemie sei vorbei, sagt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Für Fahrgäste in Zügen bedeutet das zunächst, daß sie die Maske absetzen dürfen, sobald ihr Waggon französischen Boden berührt. Kehrt der Zug nach Deutschland zurück, müssen dagegen sofort Mund und Nase bedeckt werden. Sonst drohen Strafen. Auch wenn im Winter die Zahl der Infektionen steigen, die deutsche Politik in die jahreszeitübliche Corona-Hysterie verfallen und einen „scharfen Instrumentenkasten“ auspacken sollte, wird es in Frankreich weiter ein Leben wie vor der Pandemie geben.

Dies ist ein harter Rückschlag für Lauterbach, der gegen jeden wissenschaftlichen Beleg auf Twitter neuerdings immer wieder vor schweren und dauerhaften Hirnschäden im Zusammenhang mit Corona warnt und am liebsten das öffentliche Leben zum Erliegen bringen würde. Frankreich führte einst ein noch strengeres Corona-Regime als Deutschland. Die beiden Länder galten neben China weltweit als Vorreiter in Sachen Grundrechts-Einschränkungen.

Nicht mal mehr eine Maskenpflicht in Kliniken

Aus einem unterirdischen Bunker hatte Macron Ausgangssperren, Schul- und Geschäftsschließungen verkündet sowie in martialischer Sprache dem Virus „den Krieg erklärt“. Die Wohnung durfte nur im Umkreis von einem Kilometer und das auch nur mit schriftlicher Genehmigung und nicht mehr nach 18 Uhr verlassen werden. Doch gebracht hat es nichts: Das Land beklagte sogar höhere Todeszahlen auf 100.000 Einwohner als Schweden, das praktisch gar keine Maßnahmen erließ.

Schon seit Ende Juli gilt in Frankreich nicht einmal mehr eine Maskenpflicht in Krankenhäusern und Altenheimen – geschweige denn im öffentlichen Personenverkehr. Nun steht fest, es wird auch nichts davon zurückkehren. Man könne und müsse mit dem Virus leben, heißt es aus Paris. Die Menschen können ihre Genesenen- und Impfpässe sowie mögliche Maskenvorräte entsorgen. Der Vorsitzende des inzwischen aufgelösten Expertenrates, Jean-François Delfraissy, sagt nun, daß Masken auch im Krankenhaus nur einen „moderaten Einfluß“ auf das Infektionsgeschehen haben.

Mit Le Pen keine Maßnahmen mehr

Daß Macron von seinen Einschränkungen läßt, hat nicht nur mit der Einsicht zu tun, daß Covid deutlich ungefährlicher ist als behauptet und die Mutationen immer harmloser werden. Einen „Ausnahmezustand“, der genau wie in Deutschland das Parlament ausschaltete, wird es nicht mehr geben können. Denn die Mehrheitsverhältnisse in der Nationalversammlung haben sich geändert. Der Staatschef hat die Zustimmung verloren. Mit dem Wahltriumph der Partei Marine Le Pens ist eine Zustimmung zu erneuten Einschränkungen unmöglich geworden.

In Deutschland dagegen unterstützen alle Parteien mit Ausnahme der AfD – wenn auch abgestuft – ein Corona-Maßnahmenregime. Die FDP hatte zwar vor der Wahl das Gegenteil versprochen, aber ihr Justizminister Marco Buschmann hat gemeinsam mit Lauterbach die Einschränkungen für den Winter beschlossen. Und so gilt: Während deutsche Schüler einer erneuten Maskenpflicht entgegensehen, muß im Nachbarland kein Kind mehr Mund und Nase bedecken.

Frankreich blickt auch selbstkritisch auf seinen Umgang mit der Pandemie zurück. Delfraissy, der eine ähnliche Medienpräsenz wie hierzulande Christian Drosten hatte, sagt inzwischen, er bedaure vieles: „Manchmal haben wir die Gesundheit über die Menschlichkeit gestellt.“ Bewohner von Altenheimen hätten nur noch auf den Tod gewartet, weil sie ihre Angehörigen nicht mehr sehen durften. Der Immunologe macht „die Politik“ dafür verantwortlich, daß die Maßnahmen so viel Leid über die Franzosen gebracht haben. (fh)

Auch durch den Wahlerfolg von Marine Le Pens Partei Rassemblement National kan Frankreichs Präsident Emmanunel Macron keine Corona-Maßnahmen mehr durchsetzen. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Ludovic Marin
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