SOS Méditerranée und Sea-Watch bringen Hunderte Migranten nach Europa (Archivbild)
SOS Méditerranée und Sea-Watch bringen Hunderte Migranten nach Europa (Archivbild) Foto: picture alliance / Hans Lucas | Jérémie Lusseau

Flüchtlingsstrom nach Europa
 

Hilfsorganisationen nehmen erneut Hunderte Migranten im Mittelmeer auf

ROM. Erneut haben Migrantenhilfsorganisationen binnen weniger Stunden Hunderte Personen im Mittelmeer aufgenommen, um sie nach Europa zu bringen. Stand Montag früh befinden sich aktuell mehr als 800 Migranten auf den Schiffen Ocean Viking und Sea-Watch 3. SOS Méditerranée, das die Ocean Viking betreibt, teilte mit, die Crew habe am Sonntag in der maltesischen Rettungszone 106 Migranten aus einem Holzboot in Sicherheit gebracht. „Unser Team kümmert sich jetzt um 555 Gerettete.“

Die deutsche Organisation Sea-Watch gab Montag früh an, ihre Mannschaft mit 251 Migranten an Bord befinde sich „unmittelbarer Nähe von drei Booten in Seenot“. Alle Behörde seien informiert, „doch jede Unterstützung fehlt“. Auf Twitter forderte Sea-Watch die maltesischen und italienischen Behörden zum Handeln auf. Die privaten Flüchtlingshilfsorganisationen machten in der Vergangenheit immer wieder klar, Migranten nach Europa zu bringen, da andere Häfen angeblich nicht sicher seien.

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Bereits Ende vergangener Woche hatte die spanische Organisation Open Arms mehr als 150 Migranten aufgenommen und zur italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa gebracht. Die zentrale Mittelmeerroute ist für Europa im Moment die relevanteste. Auf der östlichen Route zwischen der Türkei und Griechenland sowie auf der westlichen zwischen Marokko und Spanien seien in diesem Jahr weniger Personen gekommen, hatte die Migrationsagentur International Centre for Migration Policy Development (ICMPD) auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT vor kurzem mitgeteilt. Wie erwartet, nehme der Migrationsdruck auf Europa insgesamt – zwar bislang moderat –wieder zu.

Österreichische Behörden nehmen Hunderte Migranten fest

Unterdessen verzeichnet auch Österreich wieder steigende Ankunftszahlen an der Grenze zu Ungarn. In der Nacht zu Sonntag griffen österreichische Polizisten fast 170 Männer auf, die von Schleppern nahe der Grenze ausgesetzt worden waren. Wie die Kronen-Zeitung berichtet, handelt es sich bei den Einwanderern vorwiegend um Syrer und Afghanen. Sie seien in eine Erstaufnahmeeinrichtung gebracht worden.

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Erst vor einer Woche waren im Burgenland mehr als 100 Migranten gestellt worden. Daraufhin hatte die Regierung in Wien den Grenzschutz verstärkt. Seither kontrollieren rund 1.000 Soldaten und 400 Polizisten die grüne Grenze. „Da der Flüchtlingsstrom keineswegs abreißt, zeigt sich, wie wichtig und richtig die Verstärkung der Grenzkontrollen ist“, rechtfertigte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) die Maßnahme. (ls)

SOS Méditerranée und Sea-Watch bringen Hunderte Migranten nach Europa (Archivbild) Foto: picture alliance / Hans Lucas | Jérémie Lusseau
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