Treffen mit dem polnischen Präsidenten

Trump: Deutschland darf nicht zur „Geisel Rußlands“ werden

WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat Deutschland erneut vor einem Abhängigkeitsverhältnis zu Rußland gewarnt. Mit Blick auf die geplante Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 kritisierte der US-Präsident am Mittwoch: „Wir schützen Deutschland vor Rußland und Rußland bekommt Abermilliarden Dollar von Deutschland.“ Trump warnte, Deutschland könne dadurch im schlimmsten Fall zur „Geisel Rußlands“ werden.

Zugleich kündigte Trump im Beisein des polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Washington an, 1.000 Soldaten zum Schutz vor russischen Angriffen aus Deutschland nach Polen zu verlegen. Zugleich lobte er Polen für die Einhaltung der Selbstverpflichtung, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Dies verband er auch mit einer erneuten Spitze gegen Deutschland. „Deutschland steht bei einem Prozent, sie sollten bei zwei Prozent sein.“

Zuvor hatte die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer Donald Trump vor überzogener Kritik in Schutz genommen. „Wenn heute allzu oft auch in Diskussionen hier in Deutschland in einem Atemzug die Präsidenten Trump, Putin und Erdogan genannt werden, dann ist das eine Äquidistanz, die nicht hinzunehmen ist“, sagte sie bei der Deutsch-Amerikanischen Konferenz in Berlin. Auch stellte sie sich hinter Trumps Forderung, nach Einhaltung des Zwei-Prozent-Ziels bei den Rüstungsausgaben. (tb)

Der polnische Präsident Andrzej Duda zu Gast bei US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus Foto: picture alliance/dpa/CNP

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