Neuer Präsident in Brasilien

Bolsonaro kündigt Kampf gegen linke Ideologien an

BRASILIA. Der neue brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat zum Kampf gegen linke Ideologien aufgerufen und angekündigt, Moral und Ethik in Brasilien wiederherzustellen. „Wir haben jetzt die einzigartige Möglichkeit, unser Land neu aufzubauen“, sagte er bei seiner Vereidigung zum Präsidenten am Dienstag in der Hauptstadt Brasilia. „Heute ist der Tag, an dem die Menschen beginnen, sich vom Sozialismus, vom staatlichen Gigantismus und dem Politisch-Korrekten zu befreien. Wir werden wieder Ordnung im Land schaffen.“

Künftig sollen laut Bolsonaro die „Werte der Familie“ zurück in den Mittelpunkt der Politik gestellt werden, um Brasilien aus der „schwersten ethischen und ökonomischen Krise in seiner Geschichte“ herauszuführen. Die Gender-Ideologie wolle er bekämpfen.

Der 63jährige appellierte an die Parlamentarier, ihn dabei zu unterstützen, das Land vom „Joch der Korruption, der Kriminalität, der wirtschaftlichen Verantwortungslosigkeit und der ideologischen Unterwerfung“ zu befreien. Als erste Amtshandlung will der neue Staatschef per Dekret das Waffenrecht liberalisieren, damit „gute Bürger“ sich verteidigen können. Zum Abschluß seiner Rede schwenkte Bolsonaro die brasilianische Fahne und rief: „Das ist unsere Flagge – und sie wird niemals rot sein.“

Tausende Anhänger jubeln Bolsonaro zu


Zuvor war der Ex-Militär gemeinsam mit seiner Ehefrau in einem offenen Rolls Royce durch die Hauptstadt Brasilia gefahren. Tausende Unterstützer jubelten Bolsonaro zu und riefen „Der Hauptmann ist angekommen“. Anschließend legte er im Kongreß seinen Amtseid ab und übernahm im Regierungspalast Planalto die Präsidentenschärpe von seinem Amtsvorgänger Michel Temer (PMDB).

US-Präsident Donald Trump fand derweil lobende Worte für Bolsonaros Antrittsrede. „Glückwunsch an Präsident Jair Bolsonaro, der gerade eine großartige Rede zur Amtseinführung gehalten hat – die USA sind bei Ihnen!“ schrieb Trump auf Twitter. Persönlich anwesend bei den Feierlichkeiten in Brasilia waren US-Außenminister Mike Pompeo, der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der ungarische Regierungschef Viktor Orban, der chilenische Präsident Sebastián Piñera und der bolivianische Staatschef Evo Morales. Die linksgerichtete Arbeiterpartei PT von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva boykottierte die Vereidigungszeremonie.

Bolsonaro hatte Ende Oktober die Stichwahl um das Präsidentenamt mit 55 Prozent gegen den linken Kandidaten Fernando Haddad (PT) gewonnen. Ex-Präsident Lula durfte nicht zur Wahl antreten. Der 72jährige war wegen Korruption verurteilt worden. (ha)

Vereidigung von Jair Bolsonaro: Fahrt im offenen Rolls Royce Foto: picture alliance/ZUMA Press

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