Kampf gegen Verbrechen

Bolsonaro: Kriminelle sollen sterben wie Kakerlaken

BRASILIA. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat ein Gesetz zur Straffreiheit für Polizisten und Privatpersonen angekündigt, die Kriminelle töten. „Diese Typen werden in den Straßen wie Kakerlaken sterben, und so sollte es auch sein“, sagte Bolsonaro laut dem Guardian in einem auf YouTube veröffentlichten Interview.

Dem Präsidenten zufolge kämpft die Polizei des größten lateinamerikanischen Landes einen „ungleichen Kampf“ gegen das Verbrechen. Deswegen sollten Polizisten dafür ausgezeichnet werden, wenn sie ihre Waffen benutzen, anstatt vor Gericht gezerrt zu werden. Das gleiche gelte für „aufrechte Bürger“, wenn diese tödliche Gewalt einsetzen müßten, um ihr Leben oder ihr Eigentum zu verteidigen.

Zuletzt hatte Bolsonaro das Waffenrecht des Landes liberalisiert. Statt 50 Schuß dürfen brasilianische Bürger seit Mai nun zwischen 1.000 und 5.000 Schuß Munition pro Jahr kaufen. Bereits im Januar, kurz nach seiner Amtseinführung, hatte der Präsident den Kauf von Schußwaffen erleichtert. Bewohner von Kommunen mit einer Tötungsrate von mehr als zehn Fällen pro 100.000 Einwohner erhalten seitdem leichter einen Waffenschein. Der Durchschnittswert in Brasilien liegt bei 30 Fällen pro 100.000 Einwohner. (tb)

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro Foto: picture alliance / AP Photo

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