Spieler der Cleveland Indians mit Vereinslogo auf dem Trikot Foto: picture alliance / AP Photo
Amerikanische Baseball-Liga

Nach Rassismusvorwürfen: Cleveland Indians entfernen Logo

CLEVELAND. Die amerikanische Baseball-Mannschaft Cleveland Indians wird ihr Logo nach Rassismusvorwürfen im kommenden Jahr ändern. Das „Chief Wahoo“-Logo, das einen rothäutigen Indianer mit Feder zeigt, ist seit 1947 das offizielle Symbol des Teams aus der zweitgrößten Stadt des Bundesstaates Ohio.

Kritiker halten die Darstellung für rassistisch. Der Chef der Major Baseball Liga (MLB), Rob Manfred, verwies in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AP auf die „lange Beziehung“, die einige Fans zu dem Logo hätten. Die Indians seien sich aber mit den Ligaverantwortlichen einig geworden, daß es „nicht länger angemessen“ sei, es auf dem Feld zu tragen. Manfred hatte zuvor wiederholt auf die Abschaffung gedrängt.

Indianervertretung: Auch der Name muß weg

Dennoch wird in der Saison 2018 das Logo weiter die Mannschaftstrikots zieren und auch darüber hinaus wird der Verein weiter Fanartikel mit dem Indianer-Aufdruck verkaufen. Bereits in den vergangenen Jahren war das Markenzeichen aufgrund der Kritik immer weniger verwendet und bereits auf den Mützen der Spieler durch ein großes „C“ ersetzt worden.

2005 kam eine Studie der American Psychological Association zu dem Ergebnis, das Indianer-Konterfei „unterminiere die Fähigkeit amerikanisch-indischer Nationen, akkurate und respektvolle Bilder ihrer Kultur, Spiritualität und Traditionen zu zeichnen“. Es sei „ein zeitgenössisches Beispiel eines Vorurteils durch die dominierende Kultur“.

Nicht weit genug geht die Entscheidung der „Amerikanisch-Indianischen Bewegung“ Ohios. „Es ist nicht nur das Logo. Auch der Name muß weg“, forderte der geschäftsführende Direktor Phillip Yenyo laut einem Bericht der New York Times. Auch sei nicht einzusehen, warum das Logo nicht schon für die kommende Saison 2018 entfernt werde. (tb)

Spieler der Cleveland Indians mit Vereinslogo auf dem Trikot Foto: picture alliance / AP Photo

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