Girogia Meloni (l.), Silvio Berlusconi, Matteo Renzi und Raffaele Fitto
Girogia Meloni (l.), Silvio Berlusconi, Matteo Renzi und Raffaele Fitto Foto: picture alliance / NurPhoto

Matteo Renzi und Silvio Berlusconi
 

Mitte-Rechts-Bündnis siegt bei Parlamentswahl in Italien

ROM. Bei den Parlamentswahlen in Italien deutet sich ein Sieg des Mitte-Rechts-Bündnis an. Die vier Parteien Lega, Forza Italia, Fratelli d’Italia und Noi con l’Italia kommen mit Stand 9.30 Uhr auf 37,5 Prozent der Stimmen. Dahinter folgt die stärkste Einzelpartei, die Cinque Stelle (Fünf-Sterne-Bewegung), mit 31,9 Prozent. Abgeschlagen dahinter liegt das Mitte-Links-Bündnis um den regierenden Partito Democratico (PD) mit 23,1 Prozent der Stimmen, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Keine der drei Allianzen gewinnt demnach die absolute Mehrheit.

Die Partei von Ex-Premier Silvio Berlusconi, Forza Italia, muß sich mit 14 Prozent der Stimmen der Lega von Matteo Salvini geschlagen geben, die auf 17,9 Prozent kommt. Der sozialdemokratische PD von Ministerpräsident Paolo Gentiloni erhält nach jetzigem Stand 19 Prozent der Stimmen. „Mein erstes Wort: Danke!“, twitterte Salvini. „Es ist ein historischer Moment für die Lega“, sagte der Parteivize Giancarlo Giorgetti.

Am späten Montag vormittag ergänzte Salvini: „Es ist an uns vom Mitte-Rechts-Bündnis, die Regierung zu stellen.“ Seine Allianz sei mit dem Wahlausgang sehr zufrieden. „Es gibt eine Koalition, die gewonnen hat und die regieren kann.“

Freudenstimmung bei Cinque Stelle

Bei der Fünf-Sterne-Bewegung herrschte bereits in der Nacht Freudenstimmung. „Jetzt müssen alle mit uns reden“, sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Alessandro Di Battista. Er sprach von einem Triumph und „historischem Ergebnis“, sollten sich die Prognosen bestätigen. PD-Fraktionschef Ettore Rosato bezeichnete das Ergebnis als Niederlage und kündigte an, seine Partei werde in die Opposition gehen.

Für eine Regierungsmehrheit im Parlament muß eine Partei oder ein Bündnis auf mindestens 316 von insgesamt 630 Sitzen in der Abgeordnetenkammer kommen und im Senat mindestens 158 von 315 Sitzen erobern. Die erste Kammer wird von Wählern ab 18 Jahren gewählt, Senatswähler sind Italiener ab 25 Jahren. Bei der Wahl am Sonntag kam erstmals das neue Wahlsystem „Rosatellum“ zum Einsatz, das aus einer Mischung aus Persönlichkeits- und Verhältniswahl besteht und Bündnisse ermöglicht. (ls)

Girogia Meloni (l.), Silvio Berlusconi, Matteo Renzi und Raffaele Fitto Foto: picture alliance / NurPhoto
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