BERLIN. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will ein internationales Gegengewicht zur amerikanischen Außenpolitik schaffen. In Zeiten des „America-first“-Denkens von US-Präsident Donald Trump, müsse Deutschland widersprechen und neue Wege gehen, sagte der SPD-Politiker laut der Nachrichtenagentur dpa.
Dafür wolle er eine „Allianz für den Multilateralismus“ bilden. Der SPD-Politiker kündigte an, besonders in den Regionen Westbalkan, dem Nahen Osten und in Afrika nach neuen Alternativen zu suchen. Kanada sei bei diesem Vorhaben ein wichtiger Partner, betonte Maas.
Kanada hofft auf deutsche Unterstützung
Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland nahm am Montag als Gast an einem Treffen der deutschen Botschafter in der Bundeshauptstadt teil. Dabei stellte sie sich hinter die Initiative von Maas. Sie plädierte für eine Zusammenarbeit der liberalen Demokratien. „Autoritarismus ist auf dem Vormarsch, und es ist an der Zeit, daß die liberalen Demokratien zurückschlagen.“
Vor dem Hintergrund der diplomatischen Spannungen zwischen Kanada und Saudi-Arabien sagte Freeland, sie hoffe auf die Unterstützung der Bundesrepublik, wenn es um die Einhaltung der Menschenrechte in dem islamischen Land gehe. Sie hatte via Twitter die Festnahme von Menschenrechtlern in Saudi-Arabien kritisiert. Daraufhin hatte das arabische Königreich seinen Botschafter aus der kanadischen Hauptstadt Ottawa abgezogen. (ag)