Schiff der Flüchtlings-NGO Iuventa in Seenot Foto: picture alliance/ dpa
Asylkrise

Italienische Küstenwache setzt deutsches NGO-Schiff fest

ROM. Die italienische Küstenwache hat ein Schiff der deutschen Nichtregierungsorganisation „Jugend Rettet“ in der Nacht zu Mittwoch vor Lampedusa an der Weiterfahrt gehindert. Mehrere Patrouillenboote eskortierten das Asylhelferschiff in den Hafen.

Der Verein mit Sitz im brandenburgischen Teltow war in den Fokus der italienischen Behörden geraten, weil Mitglieder mit dem Schiff „Iuventa“ regelmäßig illegale Einwanderer nach Italien gebracht hatten.

Die Maßnahme sei ein erster Schritt im Kampf gegen jene selbsternannten Hilfsorganisationen, die einen Verhaltenskodex für Einsätze zur Flüchtlingsaufnahme abgelehnt hatten, berichtet die italienische Tageszeitung La Repubblica. Lediglich drei Organisationen hatten den Verhaltenskodex des Innenministeriums Anfang der Woche unterzeichnet.

Nur drei Organisationen unterzeichnen Verhaltenskodex

Sowohl „Ärzte ohne Grenzen“, „Sea Eye“, „Sea Watch“ als auch „Jugend Rettet“ und mehrere andere Organisationen weigern sich, den Regelkatalog zu unterzeichnen. Er sieht unter anderem vor, daß bewaffnete Polizisten an Bord der Schiffe sein sollen. Zudem schlug der 13-Punkte-Plan vor, Überlebende nicht an andere Schiffe zu übergeben, sondern an einem sicheren Ort von Bord zu schicken.

„Es handelt sich um eine normale Kontrolle“, sagte der Kommandant der Küstenwache von Lampedusa, Paolo Monaco. „Jetzt kontrollieren wir die Dokumente der Besatzung, und schon heute morgen können sie starten, sofern die Untersuchungen zeigen, daß alles in Ordnung ist.“ Auf der „Iuventa“ seien zwei Syrer gefunden worden, die im Erstaufnahmezentrum auf Lampedusa untergebracht wurden. (ls)

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„Jugend Rettet“ war auch im Fokus der JF-TV-Dokumentation über die „Flüchtlingslüge 2017“ (ab Minute 8.30):

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Schiff der Flüchtlings-NGO Iuventa in Seenot Foto: picture alliance/ dpa

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