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Bahnhof St. Charles nach Terroranschlag: Mann tötete zwei Frauen mit Schlachtermesser Foto: picture alliance/VISUAL Press Agency

Zwei Tote, fünf Verletzte
 

Islamistische Terroranschläge erschüttern Frankreich und Kanada

MARSEILLE/EDMONTON. Nach dem tödlichen Angriff auf zwei junge Frauen in Marseille hat sich der Islamische Staat (IS) zu dem Terroranschlag bekannt. Ein IS-Extremist sei für die Messerattacke am Sonntag verantwortlich, meldete der der Gruppierung nahe stehende Nachrichtenkanal Amaq.

Auch die französischen Behörden schließen einen Terroranschlag nicht aus. „Die Tat könnte terroristischer Natur sein, aber zur Stunde können wir das nicht bestätigen“, sagte Frankreichs Innenminister Gérard Collomb (Sozialistische Partei). Wie der Staatsanwalt von Marseille, Xavier Tarabeux, mitteilte, übernahmen Anti-Terror-Fahnder und der Inlandsgeheimdienst die Ermittlungen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach auf Twitter von einem „barbarischen Akt.“

Am Sonntag hatte ein Mann mutmaßlich nordafrikanischer Herkunft am Bahnhof Saint-Charles in Marseille zwei Frauen mit einem Schlachtermesser getötet, bevor er selbst von einem Soldaten erschossen wurde. Augenzeugen berichteten, der Täter habe während des Angriffs „Allahu akbar“ gerufen. Die beiden Opfer seien 17 und 20 Jahre alt gewesen, gab die Polizei bekannt. Einer Frau sei die Kehle durchgeschnitten, der anderen in den Bauch und in die Brust gestochen worden.

Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP war der Mann den Sicherheitsbehörden bekannt, aber nicht im Zusammenhang mit Terrorismus. Die Identität werde noch überprüft, hieß es unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Terrorangriff in Kanada

Am Samstag hatte in Kanada ein mutmaßlich islamistischer Täter gleich mehrere Anschläge verübt. Dabei wurden laut Polizeiangaben fünf Menschen verletzt. Beim Täter soll es sich um einen 30 Jahre alten Asylbewerber aus Somalia handeln. Er war den Behörden bereits vor zwei Jahren wegen Dschihadismusverdachts aufgefallen, sagte Polizeikommissar Marlin Degrand laut einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung.

Der Mann hatte während eines Footballspiels in Edmonton einen Polizisten angefahren. Anschließend habe der Somali auf den Polizisten eingestochen. Er flüchtete zu Fuß. Wenige Stunden später fuhr der Verdächtige mit einem Lieferwagen in zwei Gruppen von Fußgängern im Zentrum der Provinzhauptstadt von Alberta und verletzte dabei vier Menschen.

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd mit der Polizei verlor der Fahrer die Kontrolle über seinen Kleinlaster und überschlug sich. Nach seiner Festnahme wurde laut Polizeiangaben eine Fahne des Islamischen Staats in seinem Auto gefunden. (ha)

Bahnhof St. Charles nach Terroranschlag: Mann tötete zwei Frauen mit Schlachtermesser Foto: picture alliance/VISUAL Press Agency
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