„Provokation“

Grüne empört über Geschlechtertrennung bei türkischer Demo

BREGENZ. Die österreichischen Grünen haben in einem Brief an türkische Organisationen die Geschlechtertrennung bei Demonstrationen scharf kritisiert. Während einer Kundgebung in Vorarlberg für die Kriegsopfer in Syrien sei den Frauen ein eigener durch ein Absperrband gekennzeichneter Sektor zugewiesen worden.

Teilnehmerinnen der Grünen und Mosleminnen durften nur getrennt von den Männern der Opfer von Aleppo gedenken, wandte sich der Klubobmann Adi Gross (Grüne) in einem offenen Brief an die Veranstalter. Er wirft ihnen „eine Provokation gegen die Gleichheit der Geschlechter“ vor.

Haben Grüne Angst vor Moslems?

Unter den Ausrichtern der Veranstaltung im Dezember fand sich sowohl die AKP-nahe Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) als auch die größte moslemische Organisation in Österreich, Atib, sowie die Österreichische Islamische Föderation. Sie gelten als radikale Lobbygruppierungen der türkischen Regierung in Österreich.

Der UETD-Funktionär Evren Akkuş begründete die Geschlechtertrennung bei der Kundgebung mit dem islamischen Totengebet, das Teil der Aktion war. In einer Antwort an Gross fragte er den Abgeordneten, ob nun auch dieser Angst vor „dem Volk mit Migrationshintergrund“ habe. „Wir hätten von einem Grünen-Abgeordneten wie Sie erhofft, daß er verschiedene Kulturen und Religionen zumindest versucht zu verstehen“, beklagte Akkuş die Empörung der Grünen über das Fahnenmeer türkischer Flaggen bei der Demonstration. (vi)

Türkische Demo: Geschlechtertrennung regt Grüne auf (Symbolbild) Foto: picture alliance / AA

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