Joachim Kuhs
Egyptair-Maschine
Egyptair-Maschine in London: Ermittler stehen vor Rätseln Foto: dpa

Mittelmeer
 

Weiter Rätselraten um vermißtes ägyptisches Flugzeug

KAIRO/PARIS. Das Verschwinden einer Egyptair-Maschine über dem Mittelmeer gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf. Während französische und ägyptische Behörden einen Terroranschlag für wahrscheinlich halten, zweifeln US-Behörden an derartigen Vermutungen.

Laut dem Nachrichtensender CNN hätten amerikanische Sicherheitsbehörden beim Abgleich der Passagierliste mit Datenbanken zu Terrorverdächtigen keine Übereinstimmungen gefunden. Zudem habe eine erste Sichtung von Satellitenbildern keine Hinweise auf einen Anschlag geliefert. „Bisher haben wir niemanden, der sich dazu bekannt hat oder Beweise, daß es eine absichtliche Tat war“, sagte FBI-Chef James Comey.

Maschine verlor schnell an Höhe

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) reagierte ebenfalls zurückhaltend. „Wir kennen die Ursachen des Absturzes noch nicht, deswegen bin ich mit Spekulationen sehr vorsichtig.“ Für einen Anschlag spricht laut Experten dagegen, daß der Pilot keinen Notruf abgesetzt habe. Dies spreche für ein plötzliches Ereignis, teilte die griechische Flugaufsicht mit.

Der Airbus A320 mit 66 Passagieren auf dem Weg von Paris nach Kairo war kurz vor seinem Verschwinden ins Trudeln geraten, hatte innerhalb kurzer Zeit mehr als 6.000 Meter an Höhe verloren und war dann in der Nacht zum Donnerstag rund 70 Kilometer vor der ägyptischen Küste von den Radarschirmen verschwunden.

Unterdessen geht die Suchaktion nach der Maschine mit der Flugnummer MS804 weiter. Erste Berichte über angeblich gefundene Wrackteile wies die Fluggesellschaft zurück. Es handele sich „nicht um Teile unseres Flugzeuges“, sagte Vizechef Achmed Adel nach Angaben des Nachrichtensenders N-TV. Laut dem ägyptische Militär wurden Teile der vermissten Egyptair-Maschine am Freitag morgen gefunden. Die Trümmer seien rund 290 Kilometer vor der Küstenstadt Alexandria geortet worden, sagte ein Militärsprecher. (ho)

Egyptair-Maschine in London: Ermittler stehen vor Rätseln Foto: dpa
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