Terror in Istanbul

Türkei vermutet IS hinter Anschlag mit Dutzenden Toten

ISTANBUL. Die türkische Regierung hat die Terrormiliz „Islamischer Staat“ für den jüngsten Selbstmordattentaten im Atatürk-Flughafen in Istanbul verantwortlich gemacht. Erste Hinweise deuteten auf die islamistische Bewegung als Urheber hin, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim nach einer Besichtigung am Tatort. Bekannt hat sich zu dem Anschlag bisher noch niemand, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Am späten Dienstag abend hätten drei Angreifer wahllos um sich geschossen und sich dann in die Luft gesprengt, berichtete Yildirim. Bei dem Attentat seien mindestens 39 Menschen getötet und mindestens 147 Personen verletzt worden.

Überwachungskameras zeichnen Attentäter auf

Filmaufnahmen von Überwachungskameras zeigen einen der Attentäter, der im Flughafengebäude offenbar von einem Polizisten angeschossen wurde. Im Liegen zündete der Attentäter einen Sprengsatz. Die Aufnahmen einer anderen Kamera zeigten einen Feuerball am Eingang zum Terminal.

Eine Augenzeugin berichtete, ein Angreifer habe plötzlich eine Waffe aus der Jacke gezogen. „Dann hat er angefangen, auf Leute zu schießen.“ Dabei sei er mit Ruhe vorgegangen und „wie ein Prophet“ durch das Terminal gelaufen. Ministerpräsident Binali Yildirim schloß Sicherheitsmängel aus.

Im Januar waren bei einem Selbstmordanschlag des IS in Istanbul zwölf deutsche Touristen getötet worden. Neben der islamistischen Terrormiliz führt auch die TAK, eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, regelmäßig Anschläge aus. Vor drei Wochen waren bei einem TAK-Anschlag in Istanbuls Stadtmitte elf Menschen gestorben. (ls)

Atatürk-Flughafen: Drei Attentäter sprengen sich im Terminal in die Luft Foto: dpa

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