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Aktueller Titel der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ Foto: Charlie Hebdo

Satire-Zeitschrift
 

„Charlie Hebdo“ provoziert mit Titel zu Brüssel-Attentaten

PARIS. Nach den Brüsseler Terroranschlägen hat das französische Satireblatt Charlie Hebdo erneut für einen Eklat gesorgt: Der Aufmacher der aktuellen Ausgabe zeigt eine Karikatur des belgischen Hip-Hop- und Electro-Musikproduzenten Stromae vor einem Hintergrund in den belgischen Farben.

Die Überschrift „Papa où t’es?“ gilt dabei als Anspielung auf seinen 2013 veröffentlichten Hit „Papaoutai“ (zu deutsch: Papa, wo bist du?). Antwort geben Körperteile, die um Stromae verstreut liegen, und „Hier“, „Da“, und „Auch hier“ rufen.

Empörte Opfer

In den sozialen Netzwerken tadeln sowohl Franzosen als auch Belgier „Charlie Hebdo“ und bezeichnen die Satire als geschmacklos. Stromaes Familie sei von der Karikatur schockiert, meldete der französische Fernsehsender „France 2“. Stromaes Vater war 1994 während des Völkermords in Ruanda ermordet worden. Ruandische Milizsoldaten sollen ihn mit einer Machete zerstückelt haben.

Ein Opfer der Brüsseler Bombenanschläge sei ebenfalls tief erschüttert, schrieb die belgische Tageszeitung Le Soir: „Ich liege im Krankenhaus und habe ein Bein verloren. Ich fühle mich mit allen anderen Opfern der Attentate verbunden, die verbrannt sind, die ihr Leben oder Körperteile verloren haben. Kauft dieses Käseblatt nicht, hoffentlich macht dieses Toilettenpapier Pleite!“

Auf Facebook kursiert derzeit eine Kopie des Titelblattes, das anstelle des Musikproduzenten die Zeichenfigur Charlie des Suchbildspiels „Où est Charlie?“ (zu deutsch: Wo ist Charlie?) zeigt und auf die Attentate vom 7. Januar 2015 auf die Redaktion Charlie Hebdo von verweist. Damals waren zwölf Menschen getötet worden. (kp)

Aktueller Titel der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ Foto: Charlie Hebdo
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