PARIS. Die französische Polizei hat seit September rund 360 IS-Sympathisanten festgenommen. Die großteils Jugendlichen stehen unter Verdacht, Terroranschläge geplant zu haben. Im Verhör gestanden sie, so die Militäreinsätze gegen den Islamischen Staat in Syrien und im Irak rächen zu wollen, berichtet die taz.
Zahlreiche junge Männer aber auch Frauen sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Die Polizei ortete bei allen den gemeinsamen Auftraggeber Rachid Kassim. Er ist ein gesuchter Islamist, der dem Attentäter von Nizza öffentlich gratulierte und in der Vergangenheit zahlreiche junge Menschen zum IS lenkte.
Die Verdächtigen sollten im Namen des IS Anschläge auf die Pariser Notre-Dame-Kathedrale ausführen, Passanten mit dem Messer attackieren und Autobomben zünden.
Über Telegram aufgeflogen
Zum großen Erfolg der Ermittler soll letztlich auch der Messengerdienst Telegram beigetragen haben. Weil sich die mutmaßlichen Terroristen durch die in Rußland entwickelte Kommunikationssoftware in Sicherheit wähnten, nutzten sie den Kanal zur Verknüpfung mit ihrem Ansprechpartner.
Sicherheitsexperten bezweifeln allerdings, daß die Polizei den Nachrichtendienst geknackt hat. Vielmehr seien die Ermittler durch Aussagen der Festgenommenen und Auswertung der Handydaten bis zum Drahtzieher auf Telegram vorgedrungen. (vi)