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Kroatische Polizei an der Grenze zu Serbien
Kroatische Polizei an der Grenze zu Serbien: Der Ton wird schärfer Foto: picture alliance

Wegen Asylchaos
 

Serbien und Kroatien schließen gemeinsame Grenze

BELGRAD/ZAGREB. Die Situation an der serbisch-kroatischen Grenze spitzt sich weiter zu. Nachdem die kroatische Regierung die Grenzübergänge für serbische Staatsbürger gesperrt hatte, dürfen nun im Gegenzug keine kroatischen Güter mehr über die gemeinsame Grenze. Hintergrund sind die stark steigenden Zahlen von Asylsuchenden in den beiden Ländern.

Serbien hatte zuletzt knapp 45.000 von ihnen an die kroatische Grenze gebracht. Die Regierung in Zagreb sieht sich mit diesem Zustrom überfordert und hatte versucht, die Flüchtlinge weiter nach Ungarn und Serbien zu schicken. Die serbische Regierung rechtfertigte die Grenzschließung mit der „wirtschaftlichen Aggression“, die von Kroatien ausgehe. Das Land müsse „seine Interessen“ verteidigen“, sagte Innenminister Nebojsa Stefanovic.

Bayern: 135.000 Asylsuchende allein im September

Kroatien reagierte verärgert auf das Vorgehen. „Wir hatten geplant, morgen die Grenze zu öffnen, aber jetzt werden wir das nicht tun“, unterstrich Regierungschef Zoran Milanovic. Seitdem Ungarn seine Grenzen zu Serbien und Kroatien abgeriegelt hat und Bundeskanzlerin Angela Merkel mit mehreren Äußerungen zu syrischen Flüchtlingen einen Asylansturm auslöste, kämpfen immer mehr Balkanstaaten mit einer Überlastung.

Unterdessen wurde bekannt, daß allein in Bayern im September 135.000 Asylsuchende registriert wurden. Dies waren mehr als in allen vorherigen Monaten dieses Jahres zusammen. Seit Montag erreichten etwa 8.500 Personen Bayern. Das österreichische Innenministerium warnte zuletzt in einem Geheimpapier vor einem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. Da immer mehr Polizisten für die Bewältigung der Asylkrise eingesetzt würden, werde die Bekämpfung der Kriminalität vernachlässigt. (ho)

Kroatische Polizei an der Grenze zu Serbien: Der Ton wird schärfer Foto: picture alliance
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